1.09.2018 21:19
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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«Original Simmentaler» fördern
Landwirte, Bell und Coop haben am Samstag an der Züglete in Gstaad BE gemeinsam den Verein «Original Simmentaler» gegründet. Ziel des Vereins sei der Erhalt und die Förderung der Original Simmentaler Kühe, heisst es in einer Mitteilung. -> Mit Video

Original Simmentaler Kühe seien doppelt wertvoll: Sie würden sowohl saftiges Fleisch als auch feine Milch liefern. Als Zweinutzungstiere bilden die robusten Simmentaler Kühe laut Medienmitteilung die Basis für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Milch- und Fleischproduktion. 

Passen hervorragend zu Bedingungen

«Aus diesem Grund sind Zweinutzungstiere wie die Simmentaler gesünder und leben deutlich länger. Die Tiere brauchen daher auch weniger Kraftfutter und eignen sich besonders gut für eine artgerechte graslandbasierte Fütterung», hebt Christian Wanner, Vereinspräsident Original Simmentaler und Solothurner Altregierungsrat, die Vorzüge der Rasse hervor. Die Gründung des Vereins erfolgte in Gstaad, weil hier der Bestand an Simmentaler-Kühe besonders hoch ist.

Simmentaler Kühe seien bergängig und passten so hervorragend zu den klimatischen und geografischen Bedingungen der Schweiz. Zudem gehören sie zu den ursprünglichen Kuhrassen der Schweiz. Vor 100 Jahren war die Viehrasse in der Schweiz noch weit verbreitet. Über die letzten Jahre sei sie aber vermehrt von Kuhrassen verdrängt worden, die entweder auf Milch oder auf Fleisch spezialisiert seien, heisst es weiter. 

Bestand leicht steigend


«Wir sind überzeugt, dass Zweinutzungsrassen auch bei Kühen Zukunft haben, denn diese stehen für eine natürliche Balance zwischen der Fleisch- und Milchproduktion», erklärt Roland Frefel, Leiter Frischprodukte bei Coop. «Mit dieser gemeinsamen Initiative setzen wir auf die Ursprungswerte der Landwirtschaft und legen den Fokus auf die Qualität sowie eine ganzheitliche Nutzung der Tiere», so Lorenz Wyss, CEO von Coop-Tochter Bell. «Dabei wird sich Bell insbesondere für die Vermarktung und Verarbeitung der Original Simmentaler Fleischprodukte einsetzen», fährt er fort.

Simmental-Zweinutzungskühe, wie sie im Verein gefördert werden sollen, sind laut Mitinitiant und Simmental-Züchter Johann von Grünigen im Herdebuch mit dem Code 60 gekennzeichnet. Der Code besagt, dass die Tiere über drei Generationen in der Schweiz rein gezüchtet sind. «Code-70-Tiere haben schon Fremdblut», so von Grünigen kürzlich zu «Schweizer Bauer». Dass der Bestand der Original Simmentaler stark gesunken ist, kann Alex Barenco von Swissherdbook nicht bestätigen: «Der Herdebuchbestand an Simmental-Kühen mit Code 60 ist in den vergangenen Jahren stabil geblieben.» Abnehmend ist der Bestand an Code70-Tieren.

Der «Original Simmentaler» hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Der Viehbestand soll in den kommenden 12 Jahren verdoppelt werden. Bis 2030 soll der Bestand auf rund 36'000 Tiere ansteigen. Um das zu erreichen, wird ein neues Gütesiegel ins Leben gerufen. Ein solches Siegel sei ein Qualitätsindikator und schaffe Vertrauen, so Frefel. 

Promiente Botschafterin

Als Botschafterin des Vereins agiert die Spitzenlangläuferin und Landwirtin Nathalie von Siebenthal. «Im Landwirtschaftsbetrieb meines Vaters setzen wir seit Generationen auf die Original Simmentaler-Rasse», erklärt die Berner Oberländerin. «Die Kühe ernähren sich im Sommer auf unserer Alp von frischen Bergkräutern und liefern saftiges Fleisch sowie feine Milch für den traditionellen Alpkäse», sagte die 25-Jährige anlässlich des Alpabzuges. 

Präsident Christian Wanner überreichte der zweifachen Olympia-Sechsten von Pyeongchang das Simmentaler-Kalb «Simme» als Dank des Vereins für ihr Engagement als Botschafterin des Gründungsakts.

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