4.04.2019 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Swissopen
«Passt gut in Hügellandschaft»
Mit Barenegg Remitall, ihrem Kalb Umay und Barenegg Tansania treten Walter und Heidi Fässler an der Swissopen an. Besonders Remitall und ihr tolles Kalb sollen beim Richter punkten. Dies bedingt viel Vorbereitung.

Bei Walter und Heidi Fässler aus Bächli-Hemberg SG haben die letzten Tage der Vorbereitung auf die Swissopen begonnen. Am 6. und 7. April wird sich zeigen, ob sich die viele Arbeit mit dem Rind Barenegg Tansania und der Kuh Barenegg Remitall mit dem 9 Monate alten Kalb Umay gelohnt hat.

Remitall ist ein Hereford-Zuchtbetrieb in Kanada, und die Kuh hat drei Generationen Genetik von dort – deshalb der unkonventionelle Name. Das Präfix Barenegg bezieht sich auf den Betrieb der Fässlers, der zwischen 1000 und 1200m über Meer liegt.

Mittelrahmiger Typ

«Remitall ist der Hereford-Typ, der bezüglich Wuchs, Leistung, Format und Frühreife gut in die Schweizer Hügellandschaft passt», begründet Walter Fässler die Wahl der Kuh für die grösste Fleischrinderausstellung der Schweiz, «zudem gibt sie nach dem Abkalben genug Milch fürs Kalb. Allerdings ist sie mittelrahmig – kann sein, dass sie an der Swissopen unter den grossrahmigen Tieren untergeht.» Das Kalb allerdings, Umay, sei top – ein modernes, edles Kalb, das sich gut präsentiere, ein echter Hingucker.

Tansania nehmen Fässlers mit an die Schau, obschon das ein Glücksspiel ist: «Erst hatte ich ein anderes Rind vorgesehen, doch dieses blieb in der Entwicklung plötzlich stehen. So wichen wir aus auf Tansania, allerdings hat sie, nachdem wir sie geschoren haben, eher etwas zu wenig Breite in der Vorhand», erklärt Walter Fässler, «unter dem Winterfell hat man das nicht wirklich gesehen.»

Bisher immer erfolgreich

Heidi und Walter Fässer haben an der Swissopen schon viel gewonnen: Dreimal hatten sie den Hereford-Champion an den beef.ch auf dem Pfannenstiel,  2007 gewannen sie den Hereford-Titel mit Germania, 2010 den Titel der Miss beef.ch mit Jamana und 2013 den Hereford-Titel mit Kumali.

Die Erwartungen des Paares an die Swissopen sind realistisch. «Mit Remitall und ihrem tollen Kalb erwarte ich einen Platz unter den ersten drei», blickt Walter Fässler voraus, «bei Tansania ist das Resultat schwer vorherzusagen. Das hängt auch vom Richter ab.» Richten wird die Rasse Hereford der Schweizer Jon Paul Thom. Für Walter Fässler eine gute Wahl: «Er kennt die Schweizer Verhältnisse und auch das Zuchtziel hier in der Schweiz.»

Selektion im Oktober

Für Fässlers hat die Swissopen schon im Oktober 2018 begonnen. «Wir schauten die Tiere mehrmals an», erinnert sich Heidi Fässler, «und beobachteten, wie sie sich entwickelten. Da kristallisierte sich heraus, welche Tiere vom Alter her infrage kommen und welche Kühe Kälber im passenden Alter haben.» Walter Fässler erklärt: «Kälber, die erst kurz vor der Schau zur Welt kommen, sind zu wenig aussagekräftig für die Leistung der Kuh.»

Swissopen

Bereits zum 13. Mal findet am Samstag, 6. April, und Sonntag, 7. April, in der Vianco-Arena Brunegg AG die Swissopen statt, die einzige nationale Fleischrinderausstellung der Schweiz. An der Eliteschau, die nur alle zwei Jahre stattfindet, werden die besten und schönsten Fleischrinder aller wichtigen Rassen präsentiert: Angus, Aubrac, Braunvieh, Charolais, Dexter, Evolèner, Galloway, Hereford, Higland Cattle, Limousin, Luing, Salers, Simmental, Tux-Zillertaler und Zebu. Die Tiere stammen von 99 Zuchtbetrieben aus der ganzen Schweiz. Der Anlass wird durchgeführt von Mutterkuh Schweiz, den Rassenclubs und den Fleischrinder-Jungzüchtern. Die erste Swissopen hat im Jahr 1999 stattgefunden

Klar war, dass sie zwei Tiere bringen wollten. Die Hereford-Züchter sind eine richtige Gemeinschaft, und sie legten alles daran, die zur Verfügung stehenden Startplätze auch wahrzunehmen. Nun treten sieben Hereford-Betriebe an.

Scheren oder stylen

Die Arbeit mit den Tieren begann knapp sechs Wochen vor dem grossen Auftritt mit der Entscheidung, ob Remitall und Tansania geschoren werden sollen. «Im Ursprungsland England werden die Hereford nicht geschoren, sondern das Fell wird mit Gel aufgebauscht», erklärt Walter Fässler, «deshalb scheren wir die Tiere eigentlich nicht. Tansania allerdings musste hinhalten, weil sie sonst im April mitten im Fellwechsel gewesen wäre.»

Ende Februar trat die Vorbereitung auf dem Betrieb Barenegg in die entscheidende Phase: mit dem Lauftraining. Walter Fässler hat extra einen Laufhof dafür eingerichtet: «Dort laufen wir den Tieren nach, bürsten sie, wenn sie stehen bleiben, und warten, bis sie sich die Halfter überziehen lassen. Wichtig ist, dass die Tiere keine schlechte Erfahrungen machen.» 

Jeden Tag Training

Jedes Tier ist individuell. «Remitall war schon an der Swiss Tier und an der Olma ausgestellt», ergänzt Heidi Fässler, «sie ist sich das Handling gewohnt.» Und Walter Fässler meint: «Tansania hat eine etwas störrische Mutter – aber auch sie ist mittlerweile bald so weit für den grossen Auftritt.» Bereits wurden Remitall, Umay und Tansania mehrmals gewaschen. Das Handicap der Hereford: Die weissen Flecken im Haarkeid, die auch weiss sein sollten

In den letzten Tagen vor der Swissopen steht noch jeden Tag Training an, dies unter einem Lautsprecher und mit Radiobeschallung, damit sie sich an den Lärmpegel gewöhnen, der in der Vianco-Arena herrscht. «Man muss sich aber trotz aller Vorbereitung bewusst sein, dass es dann im Ring eine einzige Minute ist, die zählt», meint Walter Fässler, «und wir halten es mit dem olympischen Gedanken: Mitmachen ist alles.»

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