1.03.2017 09:37
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Tier&Technik
Schweizer Angus statt Importware
«Swiss Black Angus», so heisst das neue Label, das vier Partnerorganisationen ins Leben gerufen haben. Urban Dörig, Präsident von Swiss Angus, stellte es am Angus-Forum am Freitag an der Tier&Technik vor.

Wer Angus-Beef produziert, profitiert von guten Marktpreisen. Das weiss auch Urban Dörig, Präsident von Swiss Angus. «Dieses Fleisch ist in der Gastronomie und im Detailhandel gefragt», sagte er am Angus-Forum an der Tier&Technik. «Es ist gut bekannt und erfüllt die Konsumentenwünsche auf der ganzen Linie.» Er richtete sich dabei ganz nach dem Motto «Wenn Fleisch, dann richtig», wie er es nannte.

Produzenten gesucht

Urban Dörig ist von dieser Rasse begeistert und überzeugt, dass sie eine erfolgreiche Zukunft haben wird. Das zeigt sich unter anderem darin, dass seine Organisation zusammen mit drei Partnern (IP-Suisse, Lucarna-Macana Hinwil, ASF Sursee) das Label «Swiss Black Angus» ins Leben gerufen hat. Ein wichtiges Ziel steht dabei im Vordergrund. «Wir wollen so weit als möglich ausländisches durch Schweizer Angus-Beef ersetzen», betonte Dörig.

«Für die Teilnahme an diesem Label gelten die üblichen Produktionsbedingungen gemäss IP-Suisse, Biodiversität, BTS/ Raus, Rassennachweis über die TVD usw.» Rund 100 Betriebe hätten sich für die Swiss-Black-Angus-Produktion angemeldet. Die ersten Erfahrungen mit 200 Schlachtungen im Jahr 2016 seien durchwegs positiv verlaufen. Der Verkauf sei problemlos gewesen. «Das Interesse ist also durchaus vorhanden. Die Chancen stehen gut. Neue Angus-Produzenten sind bei uns willkommen.»

Gemeinsame Lösungen

Viel mehr war dann aber über Angus nicht mehr zu erfahren. Denn der Referent Peter Schneider von der Proviande wollte zu einer einzelnen Produktionsart oder einem Label wie Swiss Black Angus nicht Stellung nehmen. Immerhin konnte Schneider feststellen, dass im Jahr 2016 der Rindfleischkonsum trotz höheren Preisen um 2,9 Prozent zugenommen hat. «Schweizer Rindfleisch war letztes Jahr der Gewinner», sagte er. «Es geniesst in der Bevölkerung einen guten Ruf.» 

Doch ruhen möchte er nicht, denn bleiben die Milchpreise tief, so droht ein weiterer Rückgang der Viehbestände und dadurch auch der Rindfleischproduktion. «Die Milch- und die Fleischbranche sollten deshalb gemeinsam nach Lösungen suchen, um die hohe Nachfrage nach Rindfleisch in Zukunft befriedigen zu können», empfahl Schneider. Aber auch die Weiterentwicklung von Qualität und Produktion, Tierhaltung, Fütterung und mehr müssten am Zukunftstag der Branche vom 3. Mai 2017 diskutiert werden.


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