24.06.2018 07:17
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Mercosur
Swiss Black Angus als Antwort
Swiss Black Angus ist auf der Überholspur. Neue Produzenten sind gesucht. Nun droht durch den Freihandel mit den Mercosur-Staaten Konkurrenz. Für Fritz Rothen und Daniel Niklaus ist die Schweiz dagegen aber gewappnet.

Swiss Black Angus – das ist  Angus Beef, wie man es in der ganzen Welt kennt und schätzt: zart, gut marmoriert und schmackhaft. Produziert wird es seit 2017 in der Schweiz von IP-Suisse-Produzenten. Doch die haben ein Problem: Mit ihren Lieferungen können die über 200 Vertragspartner die Marktnachfrage  längst  nicht decken. 

Daniel Niklaus von Swiss Angus ist zuständig für das Projekt Swiss Black Angus: «Wir brauchen 60 Schlachttiere pro Woche, wirtschaftlich ist die Produktion sehr interessant. Der Nettoerlös pro Tier liegt bei über 3000 Franken, dazu kommt neu eine Sommerprämie von 50 Franken pro Tier.»

Maximal 24 Monate alte Tiere

Die Tiere – Rinder und Ochsen – werden auf 290 bis 300kg Schlachtgewicht (SG) gemästet, das Maximum sind 320kg und ein Alter von 24 Monaten. Für die Fettklassen 4 und 5 gibt es keine Abzüge, wobei laut Niklaus 90 Prozent in der Fettklasse 3 und 4 sind – und dazu beitragen, dass das Fleisch  wunderbar marmoriert ist.

Mit dem geplanten Freihandel zwischen der Schweiz und den Mercosur-Staaten könnte Swiss Black Angus künftig eine harte Konkurrenz erwachsen. Die Mercosur-Staaten Uruguay und Paraguay setzen ebenfalls auf Angus – sie werden ausschliesslich deren Edelstücke in die Schweiz exportieren.

Niklaus ist optimistisch: «Unsere Antwort auf die Importe ist Qualität und Nachhaltigkeit. Alle Produzenten halten die Biodiversitätsvorgaben von IP-Suisse ein, viele füttern kein Kraftfutter. Ziel ist, das Kraftfutter ganz zu stoppen. Wir werden diese Mehrwerte gegenüber den Konsumenten ausloben. Das müssen uns die Südamerikaner mit ihrem Fleisch, das Tausende Kilometer weit hergeflogen wird, erst nachmachen.» 

Reise durch Mercosur-Staaten

Fritz Rothen, Geschäftsführer der IP-Suisse, war mit einer Delegation auf einer Reise durch die Mercosur-Staaten: «Wenn von Paraguay und Uruguay  Angus-Edelstücke in unser Land kommen, beschäftigt uns das. Aber unsere Tierhaltung, die Geschichte drumherum, die Biodiversität – das ist unsere Antwort, dann können wir den Absatz ausbauen.» Swiss Black Angus ist in der Migros Tessin und in Metzgereien erhältlich, im Herbst wird laut Rothen ein weiterer bedeutender Abnehmer hinzukommen. 

 

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