19.07.2013 16:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Eier
Knappheit bei Eiern befürchtet
Die Eierbranche befürchtet eine Eierknappheit per Ende Jahr. Sie beantragt deshalb eine Erhöhung des Importkontingents um 1000 t. Eine zu starke Ausdehnung der Schweizer Produktion könnte negative Folgen haben.

Der Eierverbrauch in der Schweiz liegt seit Jahren relativ konstant bei 180 Eiern/Kopf und Jahr. Aufgrund der Bevölkerungszunahme steigt aber der Gesamtbedarf an Eiern. Die Paritätische Kommission der Eierproduzenten und des Handels (Pako) befürchtet, dass das Zollkontingent für Importeier heuer nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Die je fünf Vertreter aus Produktion und Handel haben deshalb beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eine Erhöhung des Teilzollkontingents für Konsumeier, also der im Detailhandel verkauften Eier, um 1000 Tonnen per 1.Dezember 2013 beantragt.

Im Sommer zu viele Eier

«Um den wachsenden Eierbedarf zu decken, haben die Produzenten die Eierproduktion in den letzten fünf Jahren um rund 100 Mio. Eier (+14%) erhöht», gibt Alois Mettler, Präsident der Pako, Auskunft. Limitierend im Eiermarkt sei allerdings die unterschiedliche Nachfrageverteilung: «Zu Weihnachten und Ostern reicht die Schweizer Produktion oft knapp aus, während im Sommer Überhänge bestehen.» Diese Überhänge müssten unter grossen finanziellen Verlusten zu Eiprodukten verarbeitet werden. Eine zu grosse Ausdehnung der Schweizer Eierproduktion sei aus diesem Grund nicht erstrebenswert, so Mettler.

Eierimporte steigen

Gemäss Daten des BLW wurden von Januar bis Ende Juni 2013 rund 320 Tonnen (+4,2%) mehr Konsumeier eingeführt als in der Vorjahresperiode. Diese Entwicklung deute darauf hin, dass das Zollkontingent vor Ablauf des Jahres ausgeschöpft sein wird, so die Pako.

Auf Anfrage des «Schweizer Bauer» beim BLW, ob es denn nicht möglich wäre, Eierimporte während des Sommers zu verbieten, antwortet Niklaus Neuenschwander: «Dies wäre nicht vereinbar mit den von der Schweiz eingegangenen aussenhandelspolitischen Verpflichtungen. Ein entsprechender Vorstoss hätte auch innenpolitisch kaum eine Chance.»

Ein erster Antrag der Pako, das Zollkontingent nur temporär zu erhöhen, wurde vom BLW abgelehnt. Temporäre Kontingente seien in der Vergangenheit häufig ungenutzt geblieben und würden zunehmend auf Kritik stossen, so das BLW. Deshalb wird nun eine dauerhafte Erhöhung beantragt.  Die Anhörung dazu läuft bis am 6. August 2013.

Importregelungen für Eier

Zollkontingent bisher: 
16428 t Konsumeier
17307 t Verarbeitungseier

Beantragtes Zollkontingent:
17428 t Konsumeier
17307 t Verarbeitungseier

Das Zollkontingent wird in der Reihenfolge der Annahme der Zollanmeldung zugeteilt («Dr ender isch dr gschwinder»). Der Import ist bewilligungsfrei, es ist keine Generaleinfuhrbewilligung  nötig.

Zollansatz: Innerhalb Kontingent ca. 3 Rp./Ei.
Ausserhalb Kontingent ca. 23 Rp./Ei.

 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE