23.02.2019 09:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Aggressive Gänseeltern erfolgreicher
Die Küken von wachsamen, aggressiven Gänseeltern haben grössere Überlebenschancen, als von solchen, die sich hauptsächlich um volle Bäuche sorgen. Wie eine Studie zeigt, dürfen Weibchen aber kurz nach dem Schlüpfen der Jungen ungehemmt futtern.

Graugänse (Anser anser) sind so wie viele Menschen monogam und beide Geschlechter kümmern sich um den Nachwuchs. Ein Team um Didone Frigerio von der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal der Universität Wien beobachtete, wie sich 18 Gänsepaare die Fürsorge um den Nachwuchs untereinander einteilten.

Während der ersten zehn Tage nach dem Schlüpfen der Gössel (Gänseküken) waren die Gänsemütter häufig auf Nahrungssuche. Die Gänseväter hingegen zeichneten sich durch sehr wachsames und aggressives Verhalten aus. «Sie gaben damit den Weibchen die Möglichkeit in Sicherheit zu fressen, was wichtige Auswirkungen auf zukünftige Brutversuche hat», erklären die Verhaltensforscher in einer Mitteilung. Spätestens dreissig Tage nach dem Schlupf war es aber vorbei mit der Arbeitsteilung und dem unterschiedlichen Verhalten der beiden Elterngänse.

Für die Gössel war es gut, wenn die Eltern sie sorgsam bewachten und nicht so sehr aufs Fressen bedacht waren. Die Küken hatten höhere Überlebenswahrscheinlichkeiten, wenn beide Eltern relativ aggressiv auftraten und mehr Wert auf Wachsamkeit als auf Nahrungssuche legten, berichten die Verhaltensforscher im «Journal of Ornithology».

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