4.08.2017 13:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Aldi Schweiz listet Importeier aus
Der Skandal um verseuchte Eier hat erste Folgen in der Schweiz. Der Detailhändler Aldi Schweiz nimmt vorsorglich alle Importeier aus dem Verkauf. Schweizer Eier sind nicht betroffen.

Es handle sich um eine reine Vorsichtsmassnahme, teilte Aldi Schweiz am Freitag mit. Es könne weiterhin davon ausgegangen werden, dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Aldi Schweiz sei nicht vom Eier-Skandal nicht betroffen. Auch dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) liegen keinerlei Hinweise vor, dass insektizidbelastete Eier in die Schweiz gelangt sein könnten.

Aldi: Kunden können Eier zurückbringen

Zusätzlich prüft der Detailhändler sein gesamtes Eier-Sortiment stichprobenartig im Labor auf Rückstände des Insektizids Fipronil. Darüber hinaus dürfen künftig nur noch Importeier an Aldi Schweiz geliefert werden, für die ein negativer Fipronil-Nachweis vorliegt. Kunden, die Eier bei Aldi Schweiz gekauft haben, könnten diese ohne Vorlage des Kassenbons in allen Filialen zurückgeben und erhielten den Verkaufspreis zurückerstattet.

Der Discounter hat derzeit acht verschiedene Sorten von Eiern im Sortiment, wovon fünf aus der Schweiz kommen. Die restlichen Eier kommen aus dem europäischen Ausland.

Migros und Coop beobachten Situation

Die Migros, die M-Budget-Schaleneier und auch Eier für die Weiterverarbeitung aus den Niederlanden bezieht, hält einen Verkaufsstopp bislang nicht für angebracht. «Nach aktuellem Kenntnisstand haben wir keinen Hinweis, dass die Migros betroffen ist», sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Die Migros verfolge das Geschehen unter Einbezug der Informationen des BLV, sei in direktem Kontakt mit ihren Lieferanten und treffe bei Bedarf Massnahmen.

Auch bei Coop sind bislang keine Eier aus den Regalen verschwunden. Knapp 95 Prozent der Eier zum Konsum stammten aus der Schweiz und seien damit nicht betroffen, sagte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda. «Nach aktuellem Kenntnisstand sind auch die importierten Eier unter Prix Garantie und Eigenmarken-Produkte, welche verarbeitete Eier enthalten, nicht betroffen.»

Der Skandal mit den verseuchten Eier hat sich seit Anfang Woche von den Belgien und Niederlanden aus Deutschland ausgeweitet. In den Niederlanden werden jährlich zehn Milliarden Eier gelegt, wovon rund zwei Drittel für den Export bestimmt sind. Laut den deutschen Behörden wurden zehn Millionen belastete Eier im Land verkauft. Vermutlich hatte ein belgischer Hersteller einem Anti-Läusemittel Fipronil beigemischt, obwohl das Mittel für die Geflügelzucht verboten ist.

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