18.11.2018 16:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Demeter
"Aufziehen statt Aussortieren"
Der Bioverband Demeter setzt weiterhin auf die Züchtung eines ökologischen Zweinutzungshuhns und lehnt eine „Kükentötung im Ei“ ab.

Angesichts des auf der Euro-Tier als marktreif vorgestellten Verfahrens für die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung teilte der Verband vergangene Woche mit, dass er „Aufziehen statt Aussortieren“ für die richtige Methode halte.

„Die Geschlechtsbestimmung im Ei kann nicht die Lösung für das Beenden des Kükentötens sein“, betonte Demeter-Vorstand Dr. Alexander Gerber. Auf diese Weise würden die männlichen Küken nur früher getötet und „entsorgt“‘. Stattdessen werde eine ganzheitliche Lösung benötigt, bei der auch die männlichen Küken leben dürften und aufgezogen würden.

Dies habe auch die Demeter-Delegiertenversammlung im April beschlossen. Gerber wies darauf hin, dass 2015 zusammen mit Bioland die gemeinnützige Ökologische Tierzucht (ÖTZ) gegründet worden sei, um das Biohuhn der Zukunft auf den Weg zu bringen.

Bei diesem würden beide Tiere aufgezogen, Hahn und Henne. Während die Geschlechtsbestimmung im Ei die Symptome einer Marktentwicklung ausmerzen möchte, die wie das Kükentöten von der Gesellschaft nicht mehr toleriert werde, stelle die Ökotierzucht die Systemfrage. „Wir wollen eine in sich stimmige Geflügelhaltung. Artgerecht, natürlich Bio und mit einer Zucht in Bauernhand“, hob Gerber hervor.

Die eigene Zucht eines Zweinutzungshuhns sei eine echte Alternative zu den hochspezialisierten Linien der vier weltweit dominierenden Zuchtkonzerne. Ziel sei es, eigene, authentische Strukturen für eine ökologische Tierzucht zu schaffen. Das Zweinutzungshuhn sei besser an Haltungs- und Fütterungsbedingungen der biologischen Landwirtschaft angepasst als die Hochleistungshennen von heute.

Im besten Fall liessen sich mit diesem Tiertyp die beiden Produktionsrichtungen Eier und Fleisch vereinen und so das Kükentöten beenden.

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