4.02.2015 06:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Tierverkehrsdatenbank
Bald auch Küken bei der TVD
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen möchte Zugangsmeldungen bei der TVD auch für Geflügel. Betroffen wären nur Grossbetriebe. Die Geflügelproduzenten warnen vor einem Mehraufwand.

In Zukunft sollen auch Geflügelhalter verpflichtet werden, das Einstallen von neuen Herden der Tierverkehrsdatenbank (TVD) zu melden. Das schlägt das  Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vor. Es hat letzte Woche die revidierte Tierseuchenverordnung in die Anhörung geschickt. Gelten soll die Meldepflicht für alle Geflügelhalter, die mehr als 250 Zuchttiere, 1'000 Legehennen, 5'000 Mastpoulets oder 500 Truten halten.

1'100 Betriebe betroffen

Betroffen von der neuen Vorschrift wären etwa 1100 Betriebe: rund 30 Zucht-, knapp 600 Legehennen- und knapp 500 Mastpouletbetriebe. «Das sind praktisch alle unserer Mitglieder», meint dazu Peter Röthlisberger, Präsident der Schweizer Geflügelproduzenten (SGP). «Wenn die Meldepflicht umgesetzt werden soll, muss das ohne zusätzlichen Aufwand für die Produzenten geschehen.»

Doppelspurigkeiten seien zu vermeiden: «Bereits heute melden die Verarbeiter, wenn die Herden geschlachtet werden, und im Rahmen der Import-Export-Bilanzen von Geflügelmist führen wir genau Buch über die Bestände. Es muss möglich sein, dass diese Daten auch für die TVD genutzt werden können.» Gemäss Jürg Guggisberg von der TVD-Betreiberfirma Identitas haben die meisten grossen Geflügelbetriebe bereits eine TVD-Nummer: «Wir gehen deshalb davon aus, dass die neue Meldepflicht technisch einfach umsetzbar wäre.»

Dient der Salmonellenbekämpfung

Diese Meldepflicht begründet Regula Kennel vom BLV wie folgt: «Die neue Vorschrift dient der Salmonellenbekämpfung. Das Ziel ist, dass nur 1 bis 2 Prozent der Herden mit Salmonellen befallen sind.» Damit könne die Lebensmittelsicherheit bei Poulets und Eiern stark erhöht werden. «Mit der Registrierung der Herden, zusätzlich zur Betriebsregistrierung, kann der Erfolg der Bekämpfung ausgewiesen werden.» Mit der festgelegten Grenze von Betriebsgrössen würden rund 80% der Geflügelpopulation abgedeckt.

Röthlisberger bestätigt: «Sind alle grösseren Betriebe gemeldet, ist ein beachtlicher Teil des Geflügelbestandes abgedeckt.» Er sieht aber nicht nur Profiproduzenten in der Pflicht: «Grundsätzlich bringen wir mit unserem Rein-Raus-Verfahren schon eine gute Grundlage mit zur Salmonellenbekämpfung. Die kleinen Betriebe bergen jedoch auch ein gewisses Risiko, da sie kontinuierlich ein- und ausstallen und sie auch mit Einzeltieren handeln.»

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