3.09.2018 09:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Bauern fordern höhere Eierpreise
Die Produktionskosten der deutschen Eierproduzenten sind merklich gestiegen, weshalb jetzt bei den Einkäufern im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) nachdrücklich höhere Preise eingefordert werden. Um bis zu 15% seien die Produzentenkosten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, berichtete der Verband Deutsches Ei.

„Man kann den aktuellen Kostendruck als historisch bezeichnen“, betonte der Vorsitzende des Verbandes, Henner Schönecke, am vergangenen Donnerstag in Berlin, mit Blick auf zuletzt dramatisch gestiegenen Futterpreise, höhere Tierwohl-Aufwendungen bei Legehennen sowie stetig steigende Kosten für Logistik, Dienstleister und Löhne. 

„Entsprechend muss sich hier auch der Handel bewegen und einen Teil der Kosten mittragen. Es geht nicht an, dass allein wir als Bauern darauf sitzen bleiben“, betonte Schönecke. Hintergrund der Preisforderung sind die aktuell laufenden Ausschreibungen für die in der Eierwirtschaft üblichen Jahreskontrakte zwischen Produzenten und dem Detailhandel, die jeweils für zwölf Monate die Abnahmepreise festschreiben. 

Der Handel sei dabei offenbar nicht bereit, die Tierwohl-Anstrengungen der Branche und die zusätzlichen Kosten in angemessener Weise zu würdigen, kritisierte der BDE. Dem Vernehmen nach wolle der LEH sogar weniger zahlen als im vergangenen Jahr. „Damit konterkariert der Handel auch die erheblichen Anstrengungen der deutschen Legehennenhalter in Sachen Tierwohl, die gesellschaftlich und politisch gewollt sind“, monierte Schönecke und verwies auf den im vergangenen Jahr erfolgten Verzicht auf das Schnabelkürzen bei Legehennen. 

Der BDE-Vorsitzende sieht den Handel in der Pflicht, die gestiegenen Kosten durch höhere Abnahmepreise anzuerkennen, zumal ein Grossteil der Kosten auf externen Einflüssen wie der extremen Dürre mit teils dramatischen Ernteausfällen beruhe, die von der Branche nicht zu verantworten seien. Dazu zählten aber auch die Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstrassen und der gestiegene Mindestlohn, was sich auf die Kosten der Eiererzeugung auswirkte. Schönecke betonte, „diese zusätzlichen Kosten können nicht allein von uns Legehennenhaltern getragen werden. Hier ist die Solidarität der gesamten Kette gefragt.“

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