19.08.2017 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Belgien
Eier-Skandal: Neuer Giftstoff entdeckt
Der Skandal um das in Eiern nachgewiesene Pestizid Fipronil schlägt weiter hohe Wellen. Nun könnte er sich noch ausweiten: Bei einer Analyse der Desinfektionslösung «Dega 16», die als Auslöser des Skandals gilt, ist in Belgien auch das Pestizid Amitraz entdeckt worden.

Amitraz wird unter anderem in der Tiermedizin gegen Milben und Insekten eingesetzt. Biozide mit Amitraz sind in der EU verboten. Belgische Behörden hätten bei der Untersuchung von sichergestellten «Dega 16»-Kanistern Spuren des Giftstoffs gefunden, zitiert das deutsche Nachrichtenmagazin «Spiegel» aus einem vertraulichen Bericht, der über das europäische Schnellwarnsystem RASFF verbreitet wurde. Belgien soll den Fund bereits im Juli über dieses Lebensmittel-Warnsystem an die übrigen EU-Staaten übermittelt haben.

Neue Funde in Deutschland

Erstmals wurde am Freitag das Insektizid Fipronil in einer Ei-Probe aus Hamburg nachgewiesen, auch in Baden-Württemberg liess sich der Stoff erstmals in Eiern nachweisen. In beiden Fällen teilten die zuständigen Ämter mit, dass keine Gesundheitsgefahr von den Eiern ausgehe.  Bis dahin war Fipronil deutschlandweit in fünf Betrieben nachgewiesen worden, vier davon in Niedersachsen. EU-weit waren bis Freitag 18 Länder betroffen. Doch auch in Nicht-EU-Staaten wie der Schweiz, dem Libanon und Hongkong fanden sich kontaminierte Eier.

In den Niederlanden, das mit mindestens 180 betroffenen Betrieben, von denen derzeit noch rund 140 geschlossen sind, im Zentrum des Lebensmittelskandals steht, unterbricht das Parlament seine Sommerpause für eine Sonderdebatte. Dabei sollen die Gesundheitsministerin und der Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums Rede und Antwort stehen. Die Debatte soll in der kommenden Woche stattfinden.

Top-Thema bei EU-Treffen

Klärungsbedarf sieht auch die Europäische Union. Das Thema soll nun beim EU-Agrarministertreffen am 5. September eine Rolle spielen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hat die estnische Ratspräsidentschaft die Tagesordnung für die Beratungen der Agrarminister am 5. September entsprechend geändert.

Nach den bisherigen Ermittlungen gelangte Fipronil in Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Das Mittel kommt unter anderem als Insektengift, Pflanzenschutzmittel sowie in der Veterinärmedizin zum Einsatz.

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