27.12.2018 07:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Jonas Ingold und Michael Wahl, lid
Jahresrückblick 2018 (4/8)
Geflügelfleisch boomt weiter
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2018. In der achtteiligen Serie erfahren Sie das Wichtigste zum Landwirtschaftsjahr 2018. Im vierten Teil geht es um Eier, Poulets und Honig.

Der frühe Ostertermin sorgte bei den Eierproduzenten gleich zu Jahresbeginn für eine Herausforderung. Die Zeit zwischen der hohen Nachfrage an Weihnachten und Ostern war sehr kurz, die Zeit nach Ostern mit schwächerer Nachfrage dagegen sehr lang.

Daher war eine geschickte Produktions-Planung nötig. Diese funktionierte zu Ostern bestens. Ausser einigen Engpässen vor allem im Biobereich konnte die Oster-Nachfrage gut befriedigt werden.

Trotz Hitze gut verkauft

Ein heisser Sommer ist für den Eier-Konsum und -Absatz nicht von Vorteil, dennoch waren die Verkäufe überraschend gut. Es gab zwar gewisse Überschüsse, sie blieben aber angesichts der vergleichsweise hohen Produktion und dem heissen Wetter im Rahmen und konnten durch Verbilligungs- und Aufschlag-Aktionen verwertet werden, ohne dass der Kredit des Bundes ganz ausgeschöpft wurde.

Auch die Hühner überstanden den Hitzesommer gut. Mit Beginn der Backsaison im November stieg die Eierproduktion wie üblich an. Der Inlandanteil dürfte nach Angaben des BLW-Fachbereichs Marktanalyse auch dieses Jahr gestiegen sein. Im Jahr 2017 hatte er bei 61,1 Prozent gelegen.

Bodenhaltung gab zu Reden

Auf dem Eiermarkt zu reden gab dieses Jahr insbesondere die Ankündigung der Migros, ab 2020 keine Eier aus Bodenhaltung mehr zu verkaufen. GalloSuisse kritisierte, die Migros übe Marktmacht aus und entziehe den Konsumenten die Wahlfreiheit.

Derzeit stammen zwar nur noch rund 20 Prozent der Schweizer Eier aus Bodenhaltung, im Verkauf ist es mit 36 Prozent Marktanteil jedoch noch immer das meist gefragte Ei. Agrarpolitisch umstritten ist die Absicht des Bundes, künftig die Marktentlastungsmassnahmen bei den Eiern nicht mehr zu finanzieren.

Weiter im Wachstum

Weiter auf dem Vormarsch ist das Geflügelfleisch. Bis und mit Oktober stieg die Inlandproduktion gemäss Agristat um über 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Noch stärker stiegen die Kükenschlüpfe mit fast 8 Prozent. Der lange Sommer und der schöne Herbst haben sich positiv auf die Verkäufe ausgewirkt, wie das Aviforum im Marktbericht schreibt. Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten scheinen weiterhin auf Schweizer Poulet und Geflügel zu setzen.

Bienen waren fleissig

Das ab März sonnige und warme Wetter sorgte für eine überdurchschnittliche Honigernte im Frühling. Weil die Blütezeit früh endete, folgte eine längere Trachtlücke, in der die Bienen keinen Nektar fanden.

Schweizweit konnten im Frühling im Schnitt 10,7 Kilo pro Bienenvolk geerntet werden. Die Gesamternte betrug im Schnitt 23,2 Kilo, etwas mehr als im langjährigen Mittelwert. Regional zeigten sich grosse Unterschiede.



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