10.06.2016 10:06
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Eier
Hennen: Sonnenblumen statt Soja
Bio-Legehennen, die Eier für die Migros legen, picken künftig keine Soja mehr. Die Eier werden dadurch leicht teurer.

Die Migros Ostschweiz verkauft als Pilotprojekt seit letztem Herbst Bio-Eier von Legehennen, die ohne Soja gefüttert werden. Am Projekt beteiligt sind die zur Migros-Gruppe gehörende Eierhändlerin Lüchinger+Schmid, die Alb. Lehmann Biofutter AG und verschiedene Eierproduzenten. «Nun führt die Migros als Pionierin die sojafreie Fütterung bei sämtlichen Bio-Legehennen schrittweise bis Ende 2017 in der ganzen Schweiz ein», teilt die Detailhändlerin mit. 

Hochwertiges Eiweiss

Neu ersetzt vor allem Bio-Sonnenblumenkuchen das gängige Soja als Eiweisskomponente im Futter von Bio-Legehennen. «Unser Team hat lange geprobt, bis wir den Sonnenblumenkuchen so hingekriegt haben, dass er als Sojaersatz eingesetzt werden kann», erklärt Eric Droz von der Lehmann Bioprodukte AG, Arnegg SG. Die Lösung sei, dass die Sonnenblumenkerne vor der Ölpresse speziell aufgearbeitet werden.

«Mit Sonnenblumenkuchen haben wir ein hochwertiges Eiweiss gefunden, das kein Anbaugebiet für die menschliche Ernährung konkurriert, aus Europa kommt und von biologisch angebauten Sonnenblumen stammt. Um allfällige Qualitätsschwankungen im Sonnenblumenkuchen auszugleichen, kommen im neuen Bio-Hühnerfutter auch noch weitere Nebenprodukte (Kuchen und Trester) aus der Lebensmittelindustrie zum Einsatz.

Eier werden teurer

Daniel Rüegg, CEO des Handels- und Produktionsunternehmens Lüchinger+Schmid AG, sagt: «Wir begrüssen es sehr, dass mit dieser Futterrezeptur Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelherstellung in der Nutztierfütterung eingesetzt werden können. Indem wir die Rohstoffe nun aus Europa und nicht mehr aus Übersee beziehen, können wir ausserdem die globalen Warenströme etwas einschränken.»

Auch den Hühnern schmeckt das neue Futter, wie die Eier-Produzenten versichern. Ihre Legeleistung sei unverändert, und die Tiere seien gesund. Der Sonnenblumenkuchen ist im Ankauf für die Futtermühle teurer als Soja. Deshalb liege der Verkaufspreis pro Sechserkarton 10 Rappen höher (4.85 statt bisher 4.75 Fr.), wie Migros schreibt. Geschmacklich ändere sich für die Kunden nichts.

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