25.04.2013 08:34
Quelle: schweizerbauer.ch - Michèle Hürner, Bio Suisse
Biogeflügel
Knospe-Poulets sind gefragt
Der Konsum von Pouletfleisch liegt im Trend, auch im Biobereich. Neue Produzenten – auch Umstellbetriebe – sind gefragt.

Die neusten Proviande-Zahlen bestätigen den seit den 90er-Jahren anhaltenden Trend: Geflügelfleisch ist gesucht. Herr und Frau Schweizer essen nach Schweinefleisch am meisten Geflügelfleisch. In der Westschweiz steht Geflügel sogar an erster Stelle. Zwar macht Biopoulet heute mit 1 bis 2 Prozent noch einen kleinen Teil am Pouletmarkt aus, doch auch die Nachfrage nach Biopoulets steigt.

Knospe-Geflügel gesucht

Das bestätigt auch Christoph Schatzmann, Leiter Integrierte Tierproduktion, der Bell Schweiz AG: «Die Schlachtungen von Biogeflügel sind bei uns im letzten Jahr im zweistelligen Prozentbereich gewachsen und haben durchaus weiteres Entwicklungspotenzial.» Bell will Produktion und Sortiment ausbauen und ist an der Zusammenarbeit mit neuen Biogeflügelproduzenten interessiert. Seit Anfang dieses Jahres vermarktet Bell auch Produkte mit der Umstell-Knospe in den Coop-Kanal. Um das Wachstum abdecken zu können, sind weitere Umstellbetriebe und Geflügelmasteinsteiger willkommen.

Für den Einstieg in eine Vertragsproduktion sei eine Betriebsgrösse von 15 bis 20 Hektaren ideal, so Schatzmann. Geflügelmast lässt sich gut mit Ackerbau kombinieren, und auch Knospe-Ackerfrüchte sind bekanntlich gesucht. Doch die Freilandhaltung bringt auch Herausforderungen mit sich, so müssen die Tiere vor Raubvögeln geschützt werden, die kleineren Herden sind arbeitsintensiver, und der Einsatz von Antibiotika ist nach den Bio-Suisse-Richtlinien nur in Notfällen erlaubt.

Vermarktung planen

Einsteiger sollten als Erstes entscheiden, wie wichtig der Betriebszweig werden soll. Während die beiden wichtigsten Abnehmer mit Verträgen arbeiten, ist es auch für kleinere Betriebe unumgänglich, vor dem Einstieg einen geeigneten Schlachtbetrieb zu finden und die Vermarktung zu planen.

Für den drittgrössten Vermarkter von Biopoulets, Lukas Vock vom Wendelinhof, steht fest: «Der Direktverkauf hängt nicht nur von der Nachfrage ab, sondern auch vom Verkäufer selbst und vom Vertrauen in den Hof. Dafür braucht es Leib und Seele.» Der Biogeflügel-Pionier ist seit 1986 im Geschäft und beliefert unter anderem Manor. Auch ihm brachte das letzte Jahr eine Steigerung von rund 10 Prozent.

Vorläufig kann er die Nachfrage abdecken, denn für die Bio-Poulets-Vermarktung des Wendelinhofs arbeiten drei Knospe-Produzenten zusammen. Wenn sich ein Produzent in der Vermarktung engagieren möchte, zeigt sich Vock offen für eine Zusammenarbeit

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