10.05.2017 07:36
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Bigler
Geflügel
Markt wächst seit Jahren markant
Bei Romands und Städtern ist Pouletfleisch besonders beliebt. Der Konsum von Eiern stagniert, Schweizer Eier legen aber zu.

Abgesehen von einem kurzzeitigen Einbruch, während der ersten Vogelgrippe 2006, konnte die Produktion von Geflügelfleisch in der Schweiz seit den 1990er-Jahren stetig ausgedehnt werden. Sie hat sich seit 1996 mehr als verdoppelt, wie eine Statistik des Aviforums und von Agristat zeigt. Der Selbstversorgungsgrad ist im selben Zeitraum von 37 auf 57% geklettert. Allerdings zeigt der Geflügelfleischmarkt seit letztem Jahr erste Zeichen einer Sättigung. Es könnte also gut sein, dass die Produktionskurve künftig etwas abflachen wird.

Zu verdanken ist die Marktausdehnung der vergangenen Jahre einerseits dem Bevölkerungswachstum und andererseits dem steigenden Pro-Kopf-Konsum von Geflügelfleisch. Dieser ist in den letzten 20 Jahren von 9 auf 12 kg gestiegen. Um den Bedarf zu decken, wurden letztes Jahr 47'500 Tonnen Geflügelfleisch importiert. Das sind leicht weniger als im Vorjahr. Wer importieren will, muss das Kontingent ersteigern. Das Versteigerungspreisniveau liegt seit Jahren relativ stabil bei 2.05 Fr./kg, was 2016 für Einnahmen in die Bundeskasse von gut 97 Mio. Fr. gesorgt hat. Wie die Geflügelbranche vorschlägt, sollte man künftig einen Teil dieses Geldes für die Unterstützung des Schweizer Futtergetreideanbaus verwenden.

Ebenfalls stark ausgedehnt wurde seit 2004 die Schweizer Eierproduktion. Dies, nicht weil die Konsumenten mehr Eier essen, sondern, weil sie mehr Schweizer Eier und weniger Importeier essen. Trotz der Mengensteigerung im Eier- und Geflügelmarkt hat der Strukturwandel auch vor den Betrieben mit Nutzgeflügel nicht Halt gemacht. Wurden vor 20 Jahren noch rund 23'000 Nutzgeflügelhalter gezählt, waren es 2015 nur noch 12'000.

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