19.03.2018 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Eier
Migros will nur noch Freilandeier
Die Migros wird bis spätestens Ende 2020 ausschliesslich Schaleneier aus Freilandhaltung verkaufen. Obwohl die Konsumenten für diese Eier weniger bezahlen werden, sollen die Produzenten dieselben Preise erhalten.

Schaleneier aus Bodenhaltung soll es bei der Migros nicht mehr zu kaufen geben, sie werden ausgelistet. Dies teilt die Migros gegenüber schweizerbauer.ch mit. 

Steigende Nachfrage

Weshalb wurde der Entscheid gerade jetzt gefällt? «Die Migros ist überzeugt, dass Freiland in Bezug auf das Tierwohl die beste Haltungsart für Legehennen ist», sagt Sprecherin Alexandra Kunz. Deshalb war die Detailhändlerin seit längerem daran, das Sortiment an Freiland- und Bioeiern weiter auszubauen. Denn die Nachfrage nach Eiern aus diesem Segment nimmt laufend zu. Gemäss Angaben der Migros legen die Kunden bei den Eiern grossen Wert auf artgerechte Haltung. 

«Im Anschluss an verschiedene Testphasen haben wir veranlasst, alle Bodenhaltungseier bis Ende 2020 auszulisten», fährt Kunz fort. Sämtlichen Legehennen wird somit Zugang zur Weide ermöglicht. Neben den Ställen mit Wintergarten (Aussenklimabereich) stehen den Hennen in der Freilandhaltung 2,5m2 Weidefläche pro Tier zur Verfügung.

Bodenhaltungs-Produzenten werden bei Umstellung unterstützt

Ist die Beschaffung von Schweizer Freilandeiern kein Problem, benötigt die Migros neue Produzenten? «Die Umstellung bedarf einer langfristigen Planung. Deshalb erfolgt sie etappenweise nach Genossenschaft bis Ende 2020», sagt Alexandra Kunz. Dies verschaffe den heutigen Bodenhaltungs-Produzenten genügend Zeit, ihre Betriebe den Freiland-Vorgaben entsprechend anzupassen. «Dabei werden die Produzenten von den Eier-Plattformen der Migros begleitet und unterstützt», so die Sprecherin. 

Mit der vollständigen Umstellung auf Freilandeier will die Migros ausserdem das Preisniveau der Schweizer Freilandeier senken. Derzeit kostet das günstigstes Schweizer Ei aus Bodenhaltung 40 Rp., das günstigstes Schweizer Freilandei schlägt mit 60 Rp. zu Buche. «Künftig kostet das günstigstes Schweizer Freilandei im Laden 50 Rappen», erklärt Kunz. Mit dem Import-Freilandei von M-Budget will die Migros weiterhin das günstigste Ei auf dem Schweizer Markt anbieten. 

Mittelfristig keine tieferen Produzentenpreise

Für die Produzenten soll diese Preissenkung keine Auswirkungen haben. Die Mehrkosten will die Migros selber tragen. Wie lange ist dieses Preis-Versprechen gültig? «Wir orientieren uns bei den Eierpreisen stets an den Marktpreisen. Dies wird auch weiterhin geschehen. Wir gehen davon aus, dass sich die Eierpreise kurz- bis mittelfristig im selben Rahmen bewegen werden», antwortet Migros-Sprecherin Alexandra Kunz auf die Frage von schweizerbauer.ch.

Und wie viele Schaleneier verkauft die Detailhändlerin in ihren Läden? Das Unternehmen gibt sich da zugeknöpft. «Absolute Zahlen können wir keine bekanntgeben. Nur so viel: Die Migros ist die grösste Eierverkäuferin der Schweiz», sagt Kunz. Das Sortiment besteht überwiegend aus einheimischer Ware. «80 Prozent der verkauften Schaleneier stammen aus der Schweiz, die anderen 20 Prozent werden importiert», hält die Sprecherin gegenüber schweizerbauer.ch fest.

Drei Viertel haben Zugang auf Weide

Gemäss Angaben dem Produzentenverband GalloSuisse halten über 90% der Produzenten ihre Hennen besonders tierfreundlich, also in Wintergärten. Bereits drei Viertel der Legehennen haben täglich Zugang auf die Weide (Freilandhaltung). 

Bis 2020 sollen sämtliche Schweizer Legehennen Zugang zu einem geschützten Aussenklimabereich erhalten. Mit der Auslauf-Pflicht wollen sich die Legehennenhalter von der ausländischen Konkurrenz abheben. Die ausländischen Hühner in Bodenhaltung könnten kaum an die frische Luft, teilte GalloSuisse Anfang März mit. Eier aus Bodenhaltung werden in der Schweiz am meisten verkauft. Gemäss dem Marktbericht des Bundesamts für Landwirtschaft lag der Marktanteil im Detailhandel bei 35.5 Prozent.

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