13.11.2017 07:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Vogelgrippe
Neue Vogelgrippefälle in Italien
In Italien sind neue Fälle der Vogelgrippe aufgetaucht. Auch in Deutschland steigt die Infektionsgefahr. Wie das Fachblatt „L’Informatore Agrario“ berichtete, hat die Gesundheitsbehörde in der nordwestlich gelegenen Stadt Asti den hochpathogenen Vogelgrippeerreger H5N8 in zwei Geflügelbeständen in den Orten Montechiaro d'Asti und Montiglio Monferrato in der Provinz Asti in der Region Piemont nachgewiesen.

Die beiden Höfe liegen laut der Meldung in unmittelbarer Nachbarschaft, fallen aber in das Gebiet zweier verschiedener Gemeinden. Den Vorschriften entsprechend wurden eine Sicherheitszone von 3 km sowie eine Überwachungszone von 10 km um die betroffenen Betriebe festgelegt und Gesundheitsüberwachungsmassnahmen eingeleitet.

Insgesamt sind den Angaben zufolge 50'000 Legehennen betroffen, die höchstwahrscheinlich gekeult werden. Ausserdem werden die produzierten Eier, Tierstreu und Futtermittel in den Betrieben vernichtet. Die Infektion ist wahrscheinlich über erkrankte Wildvögel erfolgt. Die genauen Ergebnisse einer epidemiologischen Untersuchung dazu stehen aber noch aus. Sollte die Tierhalter nachweislich keine Schuld an der Infektion der Bestände treffen, werden in den kommenden Wochen die Schadensersatzverfahren eingeleitet. 

Bis zu 90'000 weitere Tiere

In der Zwischenzeit wurden laut dem norditalienischen Forschungsinstitut zur Vorbeugung von Tierkrankheiten (IZSVe) drei weitere Vogelgrippefälle in der Region Brescia bekannt. Dort könnten bis zu 90'000 Tiere betroffen sein. Bereits in den vergangenen Wochen waren, wie aus der IZSVe-Datenbank hervorgeht, immer wieder einzelne Ausbrüche gemeldet worden.

So trat Ende Oktober ein Fall in der Nähe von Mailand auf. Wochen zuvor, nämlich Ende August, war zudem eine Infektion in der Provinz Lodi verzeichnet worden. Weitere Fälle betrafen die Provinz Bergamo. Alle drei Orte liegen in der norditalienischen Lombardei, in direkter Nachbarschaft zur Region Piemont. Die in den vergangenen Monaten gemeldeten Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln und Geflügelbetrieben betrafen vor allem die Lombardei und Venetien. Drei Fälle verzeichnete die Region Emilia-Romagna. 

Infektionsketten begünstigt

Unterdessen stufte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) seine Risikoeinschätzung für Deutschland in Sachen Vogelgrippe hoch. Inzwischen hält das Institut eine Einschleppung und Verbreitung des Erregers H5N8 durch Wildvögel in hiesige Hausgeflügelbestände abhängig vom Gebiet für wieder wahrscheinlich.

In der letzten Risikobewertung war diese Gefahr noch als gering bis mäßig bewertet worden. Die Virusnachweise in der Schweiz, Bulgarien und Italien wiesen auf ein fortdauerndes Zirkulieren des Virus H5N8 in der Wildvogelpopulation in Europa hin, erklärte das FLI. Die zunehmend kältere und feuchtere Witterung sowie die Konzentration der Wildvögel durch den Herbstzug, insbesondere von Wasservögeln, begünstige die Entstehung von Infektionsketten.

In Deutschland wurde das Virus zuletzt im August bei drei Höckerschwänen in Sachsen-Anhalt und bei einer Wildente in Niedersachsen bestätigt. Das FLI forderte die Betriebe auf, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zu optimieren. Der beste Schutz des Geflügels vor Infektionen werde durch die weitgehende Unterbindung direkter und indirekter Kontakte des Hausgeflügels zu Wildvögeln erreicht. 

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