13.09.2013 10:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Geflügel
Schweiz erlässt Importverbot für Geflügel und Eier aus Teilen Italiens
Die Schweiz hat am Freitag ein Einfuhrverbot für Geflügelfleisch, Eier und lebende Hühner und Truten aus einigen Gebieten Italiens erlassen. Dort war seit August in mehreren Geflügelbetrieben eine Hühnergrippe des für den Menschen ungefährlichen Typs H7N7 ausgebrochen.

Für die Tiere dagegen ist das Virus hochansteckend und tödlich. Die Behörden in Italien lassen deshalb Tiere von betroffenen Betrieben umgehend töten. Zudem errichteten sie Schutzzonen und Überwachungszonen rund um die verseuchten Geflügelfarmen in der Region Emilia-Romagna. 

Ausbreitung verhindern 

Um eine Ausbreitung in der Schweiz zu vermeiden, erliess das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) nun das Einfuhrverbot. Konkret gilt es für rohes Geflügelfleisch aus den Schutzzonen. Aus beiden Zonen ist die Einfuhr von Konsumeiern, lebendem Geflügel, Junglegehennen, Eintagsküken und Bruteier verboten. 

Aus einigen Sperrgebieten sei der Import von Eintagsküken und Bruteiern dagegen möglich, wenn diese aus Betrieben stammten, die vorher negativ auf das Virus getestet worden seien. Das sagte der Direktor des Schweizer Instituts für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI), Christian Griot, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. 

Das H7N7-Virus sei vermutlich von Wildvögeln in die Betriebe eingeschleppt worden. Dort sei das Virus mutiert und habe sich dann rasch ausgebreitet. Gemäss Griot sind Hunderttausende Legehennen und Truten in fünf bis sechs Grossfarmen betroffen. Diese müssen getötet und anschliessende verbrannt werden. 

Ein Fall von Bindehautentzündung 

Eine Übertragung auf den Menschen sei beim H7N7-Virus nur bei engem Kontakt möglich. Das Virus könne eine Entzündung der Bindehaut des Auges auslösen, sagte Griot. Im Falle Italiens sei bislang ein Mensch wegen einer Bindehautentzündung ins Spital eingewiesen worden. 

Gegen eine Infektion mit dem H7N7-Virus könne man sich mit Handschuhen, Schutzbrille und Schutzanzug schützen, sagte Griot. 

Augen offen halten 

BVET-Kommunikationschefin Regula Kennel wiederum riet Reisenden in die Emilia-Romagna, etwas vorsichtiger zu sein. «Beispielsweise sollte man dort derzeit Geflügelmärkte meiden.» 

Griot, dessen Institut auch das nationale Tierseuchenzentrum beherbergt, riet zudem Geflügelfarmern, in der nächsten Zeit die Augen offen zu halten, um sofort einen Ausbruch des Virus zu erkennen.

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