21.03.2014 06:37
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Geflügel
Zweinutzungshuhn kommt in die Läden
Der Basler Detailhändler Coop führt auf zwei Schweizer Biobetrieben einen Praxisversuch mit einem Zweinutzungshuhn durch. Das Fleisch von rund 2000 Hähnen wird es ab dem kommenden Montag in Coop Supermärkten zu kaufen geben. Die Bio-Eier sollen im Juli folgen.

„Wie früher: Hennen legen Eier, Hähne liefern Fleisch“, titelt Coop in einer Medienmitteilung am Donnerstag über das Pilotprojekt Zweinutzungshuhn. «So wie bekanntlich keine eierlegende Wollmilchsau existiert, gibt es heute in der Landwirtschaft auch keine Hühnerrasse, die viele grosse Eier legt und sich zugleich gut für die Fleischproduktion eignet», lässt sich Roland Frefel, Leiter Frischprodukte von Coop, zitieren.

Tiere sind leichter

Zusammen mit Partnern untersucht Coop, ob eine Kreuzung beide Anforderungen erfüllen kann. Das Zweinutzungshuhn sei ein Ergebnis langjähriger Züchtung, heisst es weiter. Mitte Januar wurde der Praxisversuch mit 5‘000 Eintagesküken gestartet.

2‘500 männliche Tiere wurden seither auf zwei Schweizer Knospe-Betrieb mit Freilandhaltung aufgezogen. Neun Wochen nach dem Schlüpfen wird es nun das Pouletfleisch unter dem Naturaplan-Label ab Montag in grösseren Coop-Supermärkten zu kaufen geben. Der Verkaufspreis pro Kilo liegt bei 19,90 Franken. «Die Tiere haben sich gut entwickelt, sind aber ein bisschen leichter als die Tiere der Rasse, die normalerweise für die Produktion von Bio-Poulets eingesetzt wird», erklärt Frefel.

Weniger Eier erwartet

Die Schwestern der Hähne befinden sich auf einem Schweizer Aufzuchtbetrieb. Rund 20 Wochen nach dem Schlüpfen beginnen die Hennen Eier zu legen. Die Legephase soll rund ein Jahr dauern. «Wir erwarten, dass die Hennen des Zweinutzungshuhns pro Jahr zwar weniger Eier legen und diese sich in Grösse sowie Farbe etwas vom gewohnten Bio-Ei unterscheiden, dafür haben ihre Brüder eine Daseinsberechtigung und werden wegen ihres Fleisches aufgezogen», so Frefel.

Wie dann künftig die über einjährigen Hennen verwertet werden sollen, wird aus dem Communiqué nicht ersichtlich. Sobald die Resultate des Versuchs vorliegen, wird gemäss Coop über eine praxistaugliche Umsetzung entschieden. Anschliessend könnten das Fleisch sowie die Eier vom Zweinutzungshuhn fest ins Coop-Sortiment aufgenommen werden.

Pro Jahr essen Herr und Frau Schweizer durchschnittlich 174 Eier und 12 Kilogramm Pouletfleisch.

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