Mittwoch, 2. Dezember 2020
25.10.2020 07:09
Legehennen

6 Grad sollte es im Hühnerhaus haben

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Hühner halten kalte Temperaturen zwar gut aus. Doch brauchen sie schon bei Temperaturen unter 15 Grad mehr Futter. Soll die Legeleistung stabil bleiben, muss man dem Stallklima im Winter besonders Beachtung schenken.

In der Adventszeit sind Eier gesucht. Auch Direktvermarkter mit wenigen Hühnern und ohne Higtech-Legehennenstall sind darauf angewiesen, dass die Hennen fleissig legen. Und das in der dunklen, kalten Jahreszeit. Hier gilt es, bei Stallklima und Fütterung das Optimum zu treffen  –  und dabei auch das Wasser nicht zu vergessen.

«Bei kleinen Hühnerställen führen sehr tiefe Temperaturen nicht selten dazu, dass die Tränken im Stall einfrieren», weiss Jan Kocher vom Aviforum aus der Praxis. «Es ist jedoch wichtig, dass die Hühner auch im Winter ständig Zugang zu Wasser haben. Das kann und muss man sicherstellen – etwa  mit Heizungen für Stülptränken oder mit einer Wärmelampe.»

Kamm kann abfrieren

Im Gegensatz zum Wasser «gefrieren»  Hühner im Winter nicht. Aber, so Jan Kocher: «Die Futteraufnahme nimmt bei Temperaturen unter 15 Grad zu. Dadurch verschlechtert sich die Futterverwertung. Bei starkem Kältestress, etwa bei Minustemperaturen, ist mit einem merklichen Leistungsrückgang zu rechnen.» 

Ausgewachsene Legehennen ertragen tiefe Temperaturen relativ gut, auch wenn bei Minustemperaturen Erfrierungen an Kamm und Kehllappen auftreten können. «Die Optimaltemperatur beträgt aber 15 bis 22 Grad, und idealerweise fällt die Stalltemperatur nie unter 6 Grad.» Bei der Kälteresistenz würden auch der Allgemein- und der Gefiederzustand, die Fütterung oder das Lichtprogramm einen Einfluss haben.

Zum Einfluss der Rasse gebe es kaum Untersuchungen, Exoten mit wenig Gefieder und sehr kleine Tiere dürften vermutlich schneller frieren, vermutet er. «Wichtig ist in jedem Fall, dass die Hennen einen Stall zur Verfügung haben, wo sie nicht nass werden und es nicht zieht. Zugluft ist ein Problem. Auf die Lüftung sollte jedoch auch im Winter nicht verzichtet werden. Der Austausch der Luft ist für das Stallklima entscheidend, damit die Konzentration von Schadgasen wie Ammoniak oder CO2 und von  Staub tief bleibt.»

Auslauf auch bei Schnee öffnen

Bezüglich Auslauf gilt, dass Hühner, für die keine Raus-, Bio- oder Labelbeiträge bezogen werden, nicht täglich auf die Weide gelassen werden müssen. Bei Schnee würden sie diese sowieso kaum nutzen, weiss Jan Kocher: «Grundsätzlich meiden Hühner lange Aufenthalte im Schnee. Es spricht aber bezüglich Tierwohl nichts dagegen den Auslauf auch bei Schnee zu öffnen. 

Hier gilt es aber zu bedenken, dass Hühner die Grasnarbe bei nasser Witterung relativ stark schädigen.» Er rät deswegen dazu, zum Schutz vor sumpfigen Böde Rasenschutzmatten oder Holzschnitzel im Ausgangsbereich auszulegen – und wenn möglich einen Wintergarten einzurichten: «Dort können die Hühner auch bei Schnee und Regen bei Aussentemperaturen, aber unter Dach scharren  oder sandbaden. Im Hinblick auf Auslaufbeschränkungen bei Vogelgrippegefahr kann ein für Vögel unzugänglicher Wintergarten einen grossen Vorteil bringen.»

Im Wintergarten können die Hühner auch beschäftigt werden. «Dazu gibt vielerlei Möglichkeiten», zählt er auf. «Konventionelle  Methoden wie  das Körnerstreuen  bei kombinierter Fütterung, gepresste Luzerneballen oder Stroh. Aber auch kleine Mengen an Gemüse wie Salat oder an Früchten können als Beschäftigung dienen.»

Eventuell mehr Körner 

Stichwort Körner: Brauchen Hühner im Winter mehr Futter? Jan Kocher dazu: «Es kann bedenkenlos das ganze Jahr das gleiche Futter gefüttert werden. Wenn die Hühner das Futter zur freien Verfügung haben, werden sie   im Winter bei Bedarf mehr fressen. Bei der kombinierten Fütterung – mit Körnerbeifütterung – kann gegebenfalls die Körnermenge leicht erhöht werden, denn Körner sind energiereich und proteinarm.»

Das ist Gesetz im Hühnerstall

Innenraum: Der Innenraum des Stalls sollte über 1m, bei Zwergrassen über  80cm hoch sein. Empfohlen  sind mindestens 2m2 Bodenfläche für alle Rassen. Bei kleinen Gruppen bis 15 Tiere wird eine Dichte von höchstens vier Hühnern pro m2 empfohlen. 

Futter und Wasser: Futterplätze und Tränken sollten sich im Stallinneren befinden. Es braucht mindestens 3cm pro Huhn bei runden Futtertrögen; mindestens 16cm pro Huhn bei geraden Futtertrögen und mindestens 1,5cm pro Huhn bei runden Tränken. Das Wasser muss  ersetzt werden, wenn es gefriert. 

Einstreu: Mindestens 20 Prozent der begehbaren Stallfläche muss mit geeignetem Material auf dem Boden bedeckt sein. Die Einstreu  muss trocken und locker sein und  regelmässig ersetzt werden. Als Einstreu geeignet sind Mischungen verschiedener Materialien, etwa Holzspäne mit Stroh oder Heu. Meist reicht eine 5cm starke Schicht. 

Sitzstangen: Im Stall müssen erhöhte Sitzstangen angeboten werden – mindestens zwei in unterschiedlichen Höhen. Vor der tiefsten Sitzstange muss  mehr als 60cm freier Platz liegen. Die Hühner bevorzugen 4 bis 5cm starke, im Querschnitt quadratische Sitzstangen mit abgerundeten Kanten. Vorgeschrieben sind mindestens 14cm pro Huhn.

Nester: Geeignete Nester sind Pflicht.  Hühner bevorzugen relativ dunkle Nester, die an den Seiten und oben geschützt sind und Einstreu enthalten wie Dinkelspreu, Hobelspäne oder Heu. Um zu vermeiden, dass die Hühner die Nacht in den Nestern verbringen und sie verschmutzen, sollten sie tiefer als die Sitzstangen angebracht werden oder auf dem Boden stehen. Es braucht mindestens ein Nest für fünf Hühner.

Licht: Der Stall muss mit Tageslicht beleuchtet sein, die Beleuchtungsstärke muss mindestens 5 Lux betragen. sum

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