Samstag, 24. Juli 2021
11.03.2018 16:32
Deutschland

D: Zu wenig Eier

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Von: AgE

Am deutschen Eiermarkt sind die Folgen des Fipronil-Skandals immer noch zu spüren. Darauf hat das Landvolk Niedersachsen vergangene Woche hingewiesen. Der Markt sei durcheinandergeraten, nachdem im Sommer 2017 bekanntgeworden sei, dass eine Reinigungsfirma die in der Tierhaltung verbotene Substanz Fipronil unter anderem in vier deutschen und rund 180 niederländischen Legehennenbetrieben eingesetzt habe, erklärte der Landesbauernverband.

Der Geschäftsführer der niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW), Dieter Oltmann, berichtete mit Blick auf den Spotmarkt, dass Freiland- und Bodenhaltungseier aus Deutschland eigentlich nicht zu bekommen seien. „In Holland sind bis heute noch nicht alle Ställe wieder besetzt.

Wir rechnen erst nach Ostern wieder mit einer Entspannung des Marktes und damit auch der Preise“, so Oltmann. Die Eierpreise bei den Lebensmitteldiscountern lagen nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) Anfang 2018 für die 10er-Packung bei Freilandware im Schnitt um 15 Rappen oder 6,3 % über dem Vorjahresniveau.

Eier aus Osteuropa

Bei den Bodenhaltungseiern war ein Anstieg um 23 Rappen oder 17,2 % zu verzeichnen. Stärker fiel der Notierungsanstieg aber am Spotmarkt aufgrund der wenigen freien Mengen aus. Laut Landvolk sorgt aktuell das anstehende Osterfest für weitere anziehende Preise, und auch die Preise für Verarbeitungseier befinden sich auf einem höheren Niveau.

„Durch Fipronil bedingt fehlen Legehennen in den Niederlanden, und es gibt nach wie vor zu wenige Eier auf dem deutschen Markt. Die Zukäufe für die Verarbeitungsindustrie kommen immer häufiger aus Osteuropa. Polen, Litauen oder die Ukraine liefern Käfigeier nach Deutschland“, erläuterte Oltmann.

Herkunftsbezeichnung gefordert

Die deutsche Eierwirtschaft fordere deshalb schon seit vielen Jahren die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von eihaltigen Lebensmitteln wie Nudeln, Backwaren oder Fertiggerichten. Der Vizepräsident des Landvolkverbandes, Ulrich Löhr, machte deutlich: „Die Kosten für die Eierproduktion sind viel höher; dafür leben die Tiere hier auch unter viel besseren Bedingungen.

Das muss am Markt honoriert werden.“ Wenn die Kunden die Wahl hätten und das Herkunftsland sowie die Haltungsform bei eihaltigen Nahrungsmitteln auf der Verpackung erkennen könnten, würden sie sich tendenziell für Produkte mit deutschen Eiern entscheiden, zeigte sich Löhr überzeugt. Beim Einkauf frischer Eier täten sie das schliesslich auch. 

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