Montag, 28. November 2022
16.05.2015 08:59
Zweinutzung

Schweizerhuhn kann in Mast nicht überzeugen

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Die Hennen legen Eier, die Hähne werden gemästet. Das tönt gut, ist aber bei kaum einer Geflügelrasse wirtschaftlich machbar.

In der Eierproduktion können nur Hennen eingesetzt werden. Die männlichen Eintagesküken werden getötet. Ein problematisches Vorgehen, das man umgehen könnte, indem man die Hähne mästet. Dazu braucht es Zweinutzungsrassen, bei denen die Legeleistung der Hennen wie auch der Fleischansatz der Hähne eine einigermassen wirtschaftliche Produktion möglich machen. Als traditionelle Zweinutzungsrassen gelten das Schweizerhuhn und die belgische Rasse Mechelner. Eine neue Züchtung ist das Lohmann Dual. In einem Versuch an der ETH wurden diese drei Rassen bezüglich Mastleistung mit einer intensiven und einer extensiven Mastrasse sowie einer reinen Legelinie verglichen.

Das Fazit: Keiner der untersuchten Zweinutzungsgenotypen erreichte die Leistung der intensiven Mastrasse bezüglich Wachstum und Fleischqualität. Immerhin konnte das Lohmann Dual weitgehend mit dem extensiven Mastpoulet mithalten. Das Schweizerhuhn erzielte keine besseren Werte als die Legehybride, und auch das Mechelner schnitt nur geringfügig besser ab.
Etwas besser sieht es für die Zweinutzungsrassen bezüglich Eiqualität aus. Sowohl das Schweizerhuhn und das Mechelner wie auch das Lohmann Duale legen qualitativ ähnlich gute Eier wie die Legehybride. Der Dotter war beim Mechelner und beim Schweizerhuhn intensiver gelb-rot gefärbt. Da die Schweizer Konsumenten aber gut pigmentierte Dotter bevorzugen, dürfte das kein Problem darstellen.

Eine grössere Hürde bezüglich Akzeptanz ist das Eigewicht, das beim Schweizerhuhn und dem Mechelner auch in der vierten Legewoche noch nicht bei den erwünschten 53g lag. Das Lohmann Dual hingegen schaffte diese Hürde.

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