Mittwoch, 30. November 2022
04.09.2022 14:13
Wallis

Tierschutzorganisation kritisiert Migros-Hühnerhaltung

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Von: sda

Die Tierrechtsorganisation Tier im Fokus (Tif) wirft der Migros vor, an drei Standorten im Wallis Masthühner unter grausamen Bedingungen aufzuziehen. Sie hat eine Petition gegen die «Qualzucht» lanciert. Der Grossverteiler weist die Vorwürfe zurück.

Aufnahmen aus dem Wallis zeigten, dass gestresste Hähne die Hennen bis zum Umfallen bepicken und besteigen, schreibt Tif am Sonntag in einer Mitteilung. «Zuerst wird das Federkleid der Hennen lädiert, später kommt es zu blutigen Verletzungen oder gar zum Tod.»

Die Zucht der Hühner in der Schweizer Massentierhaltung sei grausam, wird Tif-Präsident Tobias Sennhauser in der Mitteilung zitiert. Über die Tif-Vorwürfe berichtete auch die «SonntagsZeitung». Mit einer Petition will die Tierrechtsorganisation die Migros nun zum Handeln bewegen.

Diese soll in ihrer Micarna-Gruppe, die eine der führenden Fleisch-, Geflügel-, Ei- und Seafood-Produzentin der Schweiz ist, in der Tierzucht nur noch langsamer wachsende, gesündere Rassen einsetzen.

Tif gehört zur Allianz, die hinter der Massentierhaltungsinitiative steht, über die am 25. September abgestimmt wird. Die Organisation weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass mit einer Annahme der Initiative die Forderungen der Petition erfüllt wären.

Migros: Regelmässige Kontrollen durch Dritte

Ob die am Sonntag veröffentlichten Aufnahmen aus einem der besagten Betriebe im Wallis stammten, dafür lägen noch keine überprüfbaren Belege vor, schreibt der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Wir halten fest, dass in den Micarna-Betrieben die gesetzlichen Richtlinien eingehalten werden». so der MGB. Die Betriebe würden regelmässig von Dritten kontrolliert.

Die Aufnahmen wollte der MGB am Sonntag nicht weiter kommentieren. «Wir stellen lediglich fest, das hier jemand offensichtlich unbefugt in einen Mastbetrieb eingedrungen ist und sich die Tiere dadurch gestört und gestresst fühlen», schreibt der MGB.

Die Migros beweise durch ihre Projekte zugunsten des Tierwohls immer wieder, das sie ihre Verantwortung wahrnehme. So würden beispielsweise nur noch frische, gekochte Eier aus Freilandhaltung verkauft, die mindestens den IP-Suisse-Standard erfüllten.

Kritik von «Tier im Fokus»

Auf ihrer Webseite schreibt die Organisation «Tier im Fokus»: «Bei der Migros preist man die Hühnerhaltung. «Die Tiere leben in tierfreundlichen Stallungen», schreibt der Konzern über Optigal-Produkte. Und weiter: «Die Marke Optigal garantiert dem Konsumenten hohe Qualität, Hygiene und Sicherheit». 

Schützenhilfe erhalte die Migros vom Staat, heisst es weiter auf der Webseite. Sein sogenanntes Tierwohlprogramm «besonders tierfreundliche Stallhaltung» (BTS) ist bei Hühnern Standard. «BTS ist reiner Konsumentenschwindel», so Sennhauser. Das belegte jüngst eine Studie im Auftrag von TIF. Die Bevölkerung erwarte bei BTS Kleingruppenhaltung mit Weidegang. Beides fehle bei Optigal, schreibt die Organisation.

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One Response

  1. Die Abstimmung naht, jetzt werden von den Tierschutzorganisationen alle Register gezogen. Das hat man ja erwarten können. Der TiF-Präsident muss ja zwischendurch auch etwas tun für seinen Lohn.

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