Donnerstag, 28. Januar 2021
24.12.2020 09:06
Viehzucht

«Ich weiss, was die Rasse kann»

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Von: sum
Esther und Heini Stricker mit Fantastic Leonie und den drei Töchtern Carmen, Simone und Carina (von links).
zvg

Seit seiner Jugend ist Heini Stricker begeistert von der braunen Kuh. 40 Kühe hält er mit seiner Familie. Nun vertritt er die Rasse auch gegen aussen. Für ihn ist es eine Ehre: «Ich stehe voll und ganz hinter der Rasse.»

Seit seiner Jugendzeit ist Heini Stricker aus Mörschwil SG engagierter Braunviehzüchter. «Schon mein Vater züchtete diese Rasse, und mich hat sie früh begeistert», erinnert er sich.

«Es ist eine Ehre»

Seit einem Jahr vertritt er die Rasse Brown Swiss auch offiziell nach aussen – als Rassenbotschafter. Denn im Oktober 2019 lancierte die Europäische Vereinigung der Braunviehzüchter (EBSF) das Branding «Brown Swiss – More than Milk». Es wird von Brown-Swiss-Züchtern in ganz Europa getragen – da darf auch die Schweiz als Brown-Swiss-Herkunftsland nicht fehlen.

Botschafter der Rasse hierzulande ist eben Heini Stricker. Er ist in der Viehzuchtszene kein Unbekannter und betont: «Ich stehe voll und ganz hinter der Rasse und weiss, was sie kann. Deshalb ist es eine Ehre, hinzustehen und die positive Botschaft zu verbreiten.»

Dank Roboter entspannter

Heini und Esther Stricker bewirtschaften rund 20 Hektaren Land, vor allem Grünland und etwas Mais. Im Stall, ein 2002 gebauter Boxenlaufstall, stehen 40 Kühe. Gemolken werden sie seit 2014 im Roboter. Dies wegen der Flexibilität für die Betriebsleiterfamilie. «Ich bin als Verbandsexperte von Braunvieh Schweiz viel unterwegs, und wir betreiben noch ein kleines Gartenbauunternehmen. So kann ich den Stall erledigen, wenn ich Zeit habe, oder meine Frau oder ein Angestellter kann zu den Tieren schauen», erklärt er.

Der Roboter habe nicht dazu geführt, dass er weniger lange oder weniger gerne bei den Kühen sei. Im Gegenteil: «Seit ich den Roboter habe, habe ich auch Zeit im Stall. Früher, als ich in der Melkgrube stand, hatte ich alle Hände voll zu tun. Heute ist es viel entspannter.»

Nicht nur Optimis

Der Stallschnitt der Kühe liegt bei rund 10’000 Kilo. Die Leistung ist für Heini Stricker ein wichtiges Zuchtziel, aber nicht das einzige: «Ich suche eine Kuh, die funktioniert, die fruchtbar ist, gute Klauen hat, sich gut melken lässt und wegen der Wirtschaftlichkeit auch eine gewisse Leistung bringt.»

Dafür setzt er auch Optimisstiere, also genomisch getestete Jungstiere, ein. Aber nicht nur: «Ich lege auch Gewicht auf die Nachzuchtprüfung, die Resultate sind verlässlich, und in letzter Zeit hat nicht jeder Genomstier gehalten, was er versprochen hat.»

Auf den Betrieb der Familie Stricker leben 40 Kühe.
Susanne Meier

Motivation für die Jungen

Heini Stricker war vor Corona oft als Richter an Viehausstellungen unterwegs. Und auch mit den eigenen Kühen dort anzutreffen – in früheren Jahren allerdings mehr als in letzter Zeit, wie er meint. «Als junger Züchter war es ein grosser Erfolg, an einer Bruna oder IGBS-Ausstellung teilnehmen zu können. Heute steht die Zeitfrage eher im Vordergrund. Es muss viel stimmen, um vorne mitmischen zu können. Wenn man keine Spitzenkuh mit Siegpotenzial und kein Top-Betreuerteam hat, steht man nicht mehr an der Spitze. Da geniesse ich es auch, einmal ohne eigene Kühe im Ring einfach an Ausstellungen zuschauen zu können.»

Dennoch hofft er, dass baldmöglichst wieder Ausstellungen stattfinden: «Sie sind enorm wichtig für die braune Rasse. Beim Exterieur sind unsere Kühe weltweit führend, und die Schauen sind ein Schaufenster für den Export und eine Motivation für die Jungen, um weiterzumachen.»

Social Media zeigen Züchteralltag

Zuchtberichte über die Brown-Swiss-Botschafter erscheinen vierteljährlich im Newsletter der Europäischen Vereinigung der Braunviehzüchter (EBSF) sowie auf Facebook und Instagram. Der Hashtag #meandmybrownswiss, der jeden Dienstag auf der Facebook-Seite veröffentlicht wird, zeigt die tägliche Arbeit mit Brown Swiss. Die Bilder sollen auch das Wohlbefinden der Kühe und die Beziehung der Züchter zu ihnen hervorheben.

Jeden Freitag findet man unter Hashtag #picoftheweek Brown Swiss in verschiedenen Umgebungen: Im schneereichen Schweizer Winter ebenso wie unter der spanischen Hitze. Es ist auch eine Gelegenheit, etwas mehr über Brown Swiss in weniger bekannten Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder der Ukraine zu erfahren. Schliesslich trägt der «breed fact» dazu bei, eine Stärke der Brown-Swiss-Rasse zu zeigen. Er wird jeweils durch wissenschaftliche Auswertungen der Zuchtdaten unterstützt. sum

www.brown-swiss.org

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