Donnerstag, 25. Februar 2021
19.01.2021 15:30
Forschung

Milchkühe: Methanausstoss einfach ermitteln 

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Von: mgt

Wissenschaftler haben ein neues Verfahren zur Vorhersage des Methanausstosses einer Milchkuh entwickelt. Erstmals ist es möglich, aus einer Milchfettanalyse und der Kenntnis der täglichen Milchmenge die tatsächliche Methanemission zu berechnen. 

«Mit unserem Verfahren können aus der Analyse der Milchfettsäuren einer Milchprobe und der Kenntnis der täglichen Milchmenge einer Kuh der Methanausstoss von Milchkühen gut geschätzt werden», erklärt die Leiterin des FBN-Instituts für Ernährungsphysiologie «Oskar Kellner», Cornelia C. Metges.

Keine zusätzlichen Geräte

Dafür seien keine zusätzlichen Geräte oder Aufwendungen notwendig, denn diese Daten würden in vielen Untersuchungslaboren in Deutschland für die monatliche Milchkontrolle aus infrarot-spektroskopischen Messungen erhoben. «Wenn dem Milchviehhalter diese Daten zur Verfügung stehen, könnten die Methanemissionen mit der patentierten Gleichung tierindividuell berechnet werden. Im Vergleich zu anderen Methanschätzverfahren wird in unserem Patent die Milchleistung mit einbezogen», so Metges. Diese ist ein Korrelat der Futteraufnahme, welche den mengenmässig bedeutendsten Faktor für den Methanausstoss darstellt.

Gemeinsam mit Björn Kuhla, Gürbüz Daş und Stefanie W. Engelke hat die Agrarwissenschaftlerin das patentierte Verfahren entwickelt. Das Dummerstorfer Institut gehört mit zu den führenden Einrichtungen in der Forschung zur Verbesserung der Futter- und Energieeffizienz und Reduzierung von Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung.

20 Prozent

Die Forscher verfolgen dabei verschiedene Ansätze, die Methanproduktion zu verringern und die Rinderhaltung insgesamt umweltschonender zu gestalten. Kühe liefern gemäss den Forschern nicht nur Milch, sondern produzieren über mikrobielle Umsetzungen im Verdauungstrakt auch Methan, das im Verdacht steht, den Treibhauseffekt zu beschleunigen.

Nach aktuellen Schätzungen trägt der Methanausstoss von Milchkühen mit 14’125 kt CO2-Äquivalenten zu rund 20 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emission aus der deutschen Landwirtschaft bei.

Fütterungsmanagement

Das ausgestossene Methan zu messen, gestaltet sich jedoch sowohl im Stall als auch auf der Weide sehr schwierig. Inzwischen kommen weltweit verschiedene wissenschaftliche Apparaturen und Messstationen zum Einsatz, die die Emissionen möglichst genau erfassen sollen. Am FBN stehen dafür deutschlandweit die einzigen Respirationskammern zur Verfügung, die eine exakte Messung der Methanemission erlauben. Der Ausstoss pro Kuh variiert zwischen 400 und 700 Litern am Tag.

«Bei unseren Messreihen konnten wir eindeutig feststellen und wissenschaftlich belegen, dass sich aus der Milchfettzusammensetzung und der Milchmenge eine realitätsnahe Schätzung des Methanausstosses ermitteln lässt», sagte Professorin Cornelia C. Metges.

«Da die Fütterung eine wichtige Rolle für den Ausstoss von Methan von Rindern spielt, kann über ein entsprechendes Fütterungsmanagement auch eine nachhaltige Verringerung erzielt werden. Allerdings fehlen die betriebswirtschaftlichen Anreize für die Landwirte, hier aktiv zu werden», so Metges weiter. «Wenn diese bei sinkenden Einnahmen immer mehr kostenintensive Auflagen zu bewältigen haben, wird sich letztendlich nichts ändern», kritisiert Metges.

Hintergrund Methanausstoss

Der grosse Vorteil von wiederkäuenden Nutztieren, nämlich für die Ernährung überwiegend vom Menschen nicht nutzbare Pflanzenstoffe (Gras, Heu und Stroh) verwerten zu können, hat auch einen Nachteil: Die Produktion von wertvollem Nahrungseiweiss in Form von Milch und Fleisch durch Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen) geht einher mit der Emission von Methan (CH4). Methan entsteht durch die Verdauung des Futters im Vormagen, dem Pansen, und wird hauptsächlich durch Rülpsen, den sogenannten Ruktus, sowie aus Mist und Gülle freigesetzt.

Methan ist ein Treibhausgas, das ein ca. 20-fach höheres Erwärmungspotenzial für die kommenden 100 Jahre besitzt als Kohlenstoffdioxid (CO2). Eine wesentliche Quelle von Methan ist die Tierhaltung, weitere vom Menschen verursachte Emissionen entstehen unter anderem im Tagebau, in der Gasgewinnung und auf Abfalldeponien. Seit 2010 haben Methan-Emissionen weltweit einen Anteil von 6,1 bis 6,3 Prozent an den gesamten Treibhausgas-Emissionen.



3 Responses

    1. Ich glaubs jo nöd ! Nicht schon wieder ! So wird Geld in der Forschung verblödet, auch Geld das in den Direktzahlungen enthalten ist . Das wurde seinerzeit schon in der Chamau getestet und seither sicher schon 3 Mal . Ein ähnlicher Versuch läuft zurzeit in Aadorf . Wahrlich eine Katastrophe oder besser eine Verarschung des Steuerzahlers.

  1. Das dümmste Tier. Der Mensch.
    Lasst doch mal die Kühe in Ruhe, die waren schon da als wir noch in Höhlen und auf Bäumen rumgekrochen sind. Die Natur hat sicher nichts erschafen dass sie selber kaputt macht, nur der Mensch macht dass.

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