5.12.2015 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Tierverkehrsdatenbank
Keine Beiträge für «falsche» Kühe
In der Tierverkehrsdatenbank werden Kühe als Milchkühe oder als andere Kühe registriert. Falsche Angaben können ins Geld gehen. Deshalb sollte man vor Ende Jahr prüfen, ob die Nutzungsart bei allen Tieren stimmt.

Wenn ein Mutterkuhhalter eine  Kuh aus einem Milchviehbetrieb kauft, ist diese in der Tierverkehrsdatenbank (TVD) als «Milchkuh» erfasst. Wird die Nutzungsart bei der TVD nicht auf «andere Kuh» angepasst, hat das Folgen: «Weil für die Kategorie Milchkühe auf dem Mutterkuhbetrieb keine BTS- und Raus-Kontrollergebnisse vorliegen, werden für diese Tiere keine Tierwohlbeiträge ausbezahlt. Die Betriebe verlieren also Direktzahlungen», erklärt Daniel Flückiger von Mutterkuh Schweiz. Dazu kommt, dass auch die Berechnung der Standardarbeitskräfte (SAK) von der Nutzungsart abhängt.

Betrag klein, Ärger gross

Probleme mit der Nutzungsart drohen auch  Bauern, die Milch- und Mutterkühe halten, und deren Tierhaltung mit dem Attribut «gemischt» oder mit «andere Kuh» erfasst ist. Sie müssen die Nutzungsart aller gemolkenen Tiere nach dem ersten Abkalben ändern, weil die Kühe generell als andere Kühe abgespeichert werden.

Laut Flückiger kommt es immer wieder vor, dass  Kühe mit falscher Nutzungsart in den Ställen stehen. «Die Summen, die die Bauern bei den Direktzahlungen deswegen verlieren, sind nicht gross. Aber ärgerlich ist es trotzdem, weil man sie einfach verhindern könnte.»

Pflicht des Tierhalters

Jürg Guggisberg von der TVD-Betreiberin Identitas AG bestätigt: «Für den einzelnen Tierhalter ist es ärgerlich, wenn die Nutzungsart eines oder mehrerer auf dem Betrieb zugegangenen Tiere falsch hinterlegt ist und er übersehen hat, die Anpassung vorzunehmen.» Das Anpassen der Nutzungsart der gehaltenen Kühe sei Pflicht des Tierhalters, so Guggisberg, der die Problematik bei der Nutzungsart als gering erachtet.

Die Unterscheidung zwischen Milchkühen und anderen Kühen wurde 2008 eingeführt. «Bis Ende 2013 waren Tierhalter sehr bedacht,  die Nutzungsart der Kühe auf der TVD zu prüfen und  anzupassen», erinnert sich Guggisberg, «einerseits, weil der GVE-Faktor von Milchkühen und anderen Kühen unterschiedlich war. Andererseits, weil die Tierhalterbeiträge auf den errechneten GVE-Werten der TVD basierten.»

Zu wenig bekannt

Seit Inkrafttreten der AP 14–17 liegen die GVE-Werte bei beiden Nutzungsarten von Kühen bei 1,0, und Tierhalterbeiträge gibt es keine mehr. Guggisberg: «Dass die Nutzungsart sich aber immer noch auf die BTS- und Raus-Beiträge und die Berechnung der SAK-Werte auswirkt, ist vielen Landwirten zu wenig bekannt. Daher fordern   wir sie jeweils vor Jahresende zur Kontrolle auf.»

Nutzungsart Manuell ändern

Die Nutzungsart  kann manuell (auch rückwirkend) per Abkalbedatum oder Zugangsdatum geändert werden. Die Änderungen betreffen immer nur die Aufenthalte für den gewählten Betrieb. Tierhalter mit Ganzjahres- und Sömmerungsbetrieben müssen die Änderungen pro Betrieb einzeln durchführen.

  • Loggen Sie sich auf www.agate.ch ein.
  • Wählen Sie unter «Mein Agate» ? Tierverkehr und dort unter Meldungen ? Rinder ? Nutzungsart Kühe. Geben Sie  unter «Gültig ab»  ein Datum ein, und geben Sie die bisherige Nutzungsart  an.
  • Klicken Sie für diejenigen Kühe, bei welchen Sie die Nutzungsart ändern möchten, das Kästchen links der Ohrmarkennummer an, sodass dieses aktiviert wird.
  • Unter «Neue Nutzungsart» sehen Sie, welche Änderung vorgenommen wird.
  • Bestätigen Sie den Nutzungswechsel mit «Weiter» und anschliessend mit einem Klick auf «OK».
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