17.07.2018 16:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Neuseeland
150'000 Rinder vor Keulung
In Neuseeland werden zum zweiten Mal alle Milchviehherden im Land auf den bakteriellen Erreger Mycoplasma bovis überprüft. Gegen 150'000 Tiere dürften wegen der Krankheit gekeult werden.

Wie das Landwirtschaftsministerium am vergangene Woche mitteilte, werden dafür ab Ende Juli Milchproben von jedem neuseeländischen Milchviehbetrieb nach Beginn der Kalbung genommen, weil die Kühe in den ersten Wochen der Laktation das schwer nachzuweisende Bakterium am wahrscheinlichsten ausscheiden. 

Kosten: 600 Millionen 

Experten hatten eine zweite Testphase empfohlen, da die jetzt erstkalbenden Milchkühe bei der ersten Prüfrunde aussen vor geblieben waren, diese aber ein vergleichsweise hohes Infektionsrisiko in sich tragen. Bis zu sechs Proben sollen über einen Zeitraum von zwölf Wochen von jeder Farm im Rahmen der Milchabholung gewonnen und untersucht werden, und zwar auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Mycoplasma bovis als auch auf die DNA des Bakteriums. 

Bei positivem Befund wird der Milchviehhalter sofort informiert und der Betrieb gesperrt sowie bei Bestätigung durch weitere Tests die Tiere gekeult. Das Screening ist Teil des weltweit ersten Versuchs in Neuseeland, die Krankheit komplett auszumerzen. Dabei wird mit Kosten von 886 Mio. NZ$ (600 Mio. Fr.) und der Keulung von etwa 150'000 Tieren gerechnet. 

Bisher über 28'000 Tiere getötet

Seit die Mycoplasmenim Juli 2017 das erste Mal entdeckt wurden, sind bereits 28'280 Tiere auf 30 Höfen im Rahmen der Seuchenbekämpfung getötet worden. Bei 40 weiteren Betrieben steht die Keulung noch aus. Rund 200 Rinderhaltungen stehen unter Quarantäne beziehungsweise Beobachtung und werden intensiveren Tests unterzogen.

Mycoplasma bovis ist laut Ministerium sehr schwierig nachzuweisen, da Tiere die Bakterien tragen können ohne zu erkranken oder Anzeichen dafür im Blut oder in der Milch zu zeigen. Ein negatives Ergebnis bei der Probe bedeute deshalb keine Garantie, dass die Farm frei von Infektionen sei. Bei Fortsetzung des Ausrottungsprogramms würden deshalb weitere landesweite Prüfrunden der Milch wahrscheinlich sein. Mykoplasmen können bei Kühen zu behandlungsresistenten Mastitiden, Fruchtbarkeitsstörungen und Aborten führen oder generell bei Rindern Lungenerkrankungen und Gelenksentzündungen auslösen.

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