2.11.2014 06:37
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Stallbau
2 Roboter statt 2 Stunden melken
Martin und Simon Wenger aus Längenbühl BE haben auf 120 Kühe aufgestockt und melken neu mit zwei Robotern statt wie bisher im Melkstand.

Nicht immer ist es möglich, den Viehbestand um einen Drittel aufzustocken und den Stall trotzdem nicht  vergrössern zu müssen. Genau dies hat aber Familie Wenger aus Längenbühl fertiggebracht. Dies auch dank der Installation von gleich zwei Melkrobotern.  «Wir haben schon seit 10 Jahren etwa 80 Kühe. Damals haben wir den Laufstall mit  Fischgrätenmelkstand gebaut. Nun  konnten wir den Betrieb noch vergrössern», erklärt Senior-Chef Martin Wenger. Mit 120 Kühen hätte es aber einen grösseren Melkstand gebraucht.  Und nicht nur das. Wengers hätten jemanden anstellen müssen. Denn schon mit 80 Kühen haben sie bis zu 2Stunden lang gemolken.

Zwei Roboter

Deshalb seien sie zum Schluss gekommen, in zwei VMS-Melkroboter von DeLaval zu investieren. «Man braucht nicht weniger Zeit, aber man ist flexibler. Und es kann einer am Wochenende den Stall machen», begründet Wenger. Dank dem geringeren Raumbedarf könnten nun auf dem gleichen Platz, wo früher im Melkstand 80 Kühe gemolken wurden, mit zwei Robotern 120 Kühe gemolken werden. Der Entscheid für den VMS von DeLaval fiel auch deshalb, weil der Support im Gegensatz zu anderen Anbietern sehr gut gewährleistet ist. «Unser Servicemann von DeLaval  wohnt sehr nahe», betont Simon Wenger.  

Felix Neuenschwander von Delaval, der Wengers die Roboter verkauft hat, ist sich bewusst, welchen Vorteil die gute Service-Abdeckung hat: «Wir haben bereits 60 Leute, welche auf dem Roboter ausgebildet sind. Damit können wir einen flächendeckenden Service bieten.» Nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag im April sei der Roboter bereits Anfang Juli in Betrieb gegangen. Die Einrichtung dauerte also nur gerade zweieinhalb Monate.

Zufrieden mit Entscheid

Martin Wenger hat den Entscheid nicht bereut: «Es läuft super. Die Tiere haben sich schnell angepasst. Nach zwei Wochen mussten wir noch zwei Kühe in den Roboter holen. Jetzt kommen alle. Wegen des Roboters mussten wir keine Kuh verkaufen.»  Neuartig  an den installierten Robotern seien das Zellzahlmessgerät und das Dampfgerät. Dieses reinigt alles, was am Melkprozess beteiligt ist. Mit dieser Zwischendesinfektion werden Krankheitserreger nicht mehr von Kuh zu Kuh weitergegeben.

Per Handy steuern

Umlernen mussten Wengers beim Herdenmanagement. Per PC lassen sich die wichtigsten Kennzahlen jeder Kuh abrufen. «Der Roboter ist auch über eine App im Smartphone abrufbar, und man kann sogar eingreifen», zeigt sich Simon Wenger begeistert. Sein Vater sieht hier allerdings auch eine der wenigen Schwachstellen des Systems:  «Man braucht  relativ viel Wissen, um das Herdenmanagement zu betreiben. Wir sind zum Glück zu zweit. Aber sonst müssten wir jemand Externen anlernen.»

Der Stall kann an den Tagen der offenen Türe  am 8. und 9. November besichtigt werden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE