13.09.2018 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
20 Kühe sterben qualvoll
Unbekannte haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf einem Betrieb in Liebenwalde in Brandenburg (D) die Stalltüren geöffnet. 400 Kühe gelangten ins Freie. 20 Tiere frassen zu viel Kraftfutter und starben qualvoll. - > Mit Video

Der Vorfall ereignete sich auf dem GutHammer-Liebenwalde. Wie die «Märkische Allgemeine Zeitung» berichtet, verliess der letzte diensthabende Mitarbeiter den Betrieb am Samstagabend gegen 20 Uhr.

10 Kilo Kraftfutter

Anschliessend müssen die Unbekannten auf den Betrieb vorgedrungen sein. Diese haben die Tore der in Gruppen gehaltenen Kühe geöffnet. Die Tiere liefen in der Folge kreuz und quer über das Gelände. Bis am frühen Sonntagmorgen konnte die Kühe wieder in die Stallungen getrieben werden. Einige der Tiere entdeckten aber die Kraftfutterlager. Mit dramatischen Folgen. 

Innerhalb kurzer Zeit haben einige Kühe über 10 Kilo Kraftfutter gefressen. «Zu viel davon führt dazu, dass das Verdauungssystem im Pansen empfindlich gestört wird», sagte der betreuende Tierarzt Karsten Schlaefer der «Märkischen Allgemeinen». Die Folge sei eine Vergiftung der Leber. Betroffene Tiere ringen stundenlang mit dem Tod. 

Hoher Schaden


Für vier Kühe kam jede Hilfe zu spät, sie starben sofort. Weitere Tiere mussten von ihren Qualen erlöst werden. Bis am Montagabend sind 20 Kühe gestorben. Tiere, bei denen die Vergiftung noch nicht so weit fortgeschritten ist, erhalten Injektionen und werden vorerst nur mit Heu gefüttert. Aufgrund der Trockenheit ist dies aber Mangelware. Und somit fehlt das Futter dann im Winter.

Der Schaden wird auf 40'000 Euro (45'000 Franken). Tiere, die die Vergiftung überleben, geben in der Folge weniger Milch. Damit dürfte die Schadenssumme weiter steigen. Auch müssen die toten Tiere ersetzt werden.

Waren es Tierschützer?

Wer die Tore geöffnet hat, wissen die Verantwortlichen des Betriebes nicht. Bisher sei lediglich klar, dass die Täterschaft planvoll vorgegangen sei. Die Tore wurden vor dem Zuschlagen gesichert. Im Verdacht stehen zunächst Tierschützer, die den Kühen die Freiheit schenken wollten. «Wir sind fassungslos. Alle unsere 700 Kühe können täglich auf die Weide, hier ist alles bio. Sollten das so genannte Tierschützer sein, die die Tiere befreien wollten, so haben sie unfassbar dumm gehandelt», sagte Geschäftsführerin Anja Schiemann. 

Landwirt Timo Schiemann spricht gegenüber Brandenburg aktuell auch von Sabotage. "Vielleicht war es jemand, der uns nicht leiden kann." Der Bio-Betrieb liefert täglich 6000 Liter an eine Molkerei. Der Landwirtschaftsbetrieb hat Anzeige erstattet.  Für Hinweise hat das Unternehmen eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

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