Sonntag, 5. Dezember 2021
21.02.2015 06:49
Anbindestall

500 kämpfen für Anbindestall

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Von: Samuel Krähenbühl

Die IG Anbindestall hat schon rund 500 Mitglieder. Doch es könnten noch viel mehr werden, hoffen die Verantwortlichen.

Die Rechnung, welche Präsident Hansruedi Scheuner den Mitgliedern der IG Anbindestall an der HV in Thun vorrechnete, ist einfach: «In der Schweiz haben wir noch gut 20’000 Milchwirtschaftsbetriebe. 60% oder 12’000 von ihnen haben einen Anbindestall. Wenn ich sagen könnte, wir haben 12’000 Mitglieder, dann wäre das eine Macht.»

Theoretiker müssten weg

Immerhin sei die Marke von 500 Mitgliedern schon jetzt erreicht. Und täglich kämen neue Mitglieder dazu. Adelheid Graf aus Bleiken BE habe im Alleingang mehr als 200 Mitglieder rekrutiert. Deshalb schlage der Vorstand sie als neues Vorstandsmitglied vor: «Dann haben wir bald 1000 Mitglieder.» Dem Wahlvorschlag wurde mit Applaus entsprochen.

Die IG sei nicht gegen den Laufstall gerichtet, fuhr Scheuner fort. «Wir akzeptieren die Diskriminierung des Anbindestalls aber nicht mehr. Die Salami-Taktik gegen den Anbindestall muss abgeschafft werden», fügt er an. Vor 50 Jahren habe er die Unteroffiziersschule gemacht. Dabei habe er gelernt, dass man nie etwas von den Soldaten verlangen solle, das man selber nicht auch umsetzen könne. «Wir haben aber heute in der Landwirtschaft genau solche Theoretiker, welche Verordnungen und Vorschriften ausarbeiten, welche sie selber nie umsetzen könnten. Die müssen weg und nicht die rechtschaffenen Bauernfamilien», forderte Scheuner.

Anbindestall optimieren

«Der Anbindestall lebt, und er wird auch noch leben, wenn wir hier im Saal alle keine Kühe mehr melken», rief Matthias Schick, Leiter der Forschungsgruppe Bau, Tier und Arbeit bei der Forschungsanstalt ART in Tänikon, den Anwesenden zu. «Auch den Anbindestall kann man tiergerecht gestalten», fügte er an.

Es gebe unendlich viele Möglichkeiten, um den Anbindestall zu optimieren. Jede Betonwand weniger sei für die Kuh gut. Weiter brauche es einen klauenfreundlichen Bodenbelag. «Kühe brauchen eine weiche Liegefläche», betonte er. Zentral sei, dass die Kuh ihr Sozialverhalten als Herdetier ausleben könne.

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