28.11.2014 14:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Aargau
70 Kuhplätze mit Roboter für 800'000 Franken
DeLaval bietet neu einen Normstall für 70 Kühe mit Melkroboter an. Er kostet 800'000 Franken ohne Güllelager, aber mit Melktechnik. Und er funktioniert. Das zeigt ein Augenschein bei Thomas Villiger in Beinwil AG.

Die Planung ist beim Stallbau ein wichtiger Kostenfaktor. Wie soll die Gebäudehülle aussehen, wie sollen die Liegeboxen angeordnet werden, wo wird das Melkzentrum geplant – all diese Fragen stellen sich bei jedem Bauvorhaben von Neuem. «Dabei gibt es keinen Grund, ein funktionierendes Stallsystem nicht auch mehrfach zu bauen», findet Lukas Suter. Er ist Stallplaner bei DeLaval und hat den   DeLaval-Stall entwickelt.

Elemente standardisiert

Es handelt sich um einen Normstall für 70 Kühe mit Melkroboter. «Der Preis ist klar definiert und kommuniziert, und die Kosten pro Grossvieheinheit sind tief, da alle Elemente inklusive Holzbau und Maurerarbeiten standardisiert sind», erklärt Suter. Konkret kostet der schlüsselfertige Normstall – er misst 4826 m – ohne Gülle- und Futterlager 800'000 Franken inklusive Mehrwertsteuer.

Inbegriffen sind die Gebäudehülle aus Holz, die Stalleinrichtungen und der Roboter, nicht aber die Gebühren für Baubewilligungen und die Erschliessung. Thomas Villiger aus Beinwil AG hat einen solchen DeLaval-Stall. Genauer gesagt ist sein Stall der Prototyp des Normstalls, denn dieser wird erst nächste Woche an der Agrama offiziell vorgestellt.

Villiger hat seinen Stall im Oktober 2013 bezogen. Er ist sehr zufrieden. «Der Kuhkomfort stand für mich bei der Planung an erster Stelle», erinnert er sich. «Deshalb entschied ich mich für einen Roboter.» Dieser steht zwar nicht mitten im Stall, bildet aber doch das Zentrum des freien Kuhverkehrs. Auf der einen Seite des Melkzentrums ist die Abkalbe- und Krankenbox mit Zugang zum Roboter. Neben ihr ist die Separationsbox für Besamungen oder  Behandlungen. Durch ein Selektionstor werden die Kühe nach dem Melken entweder in eine der beiden Boxen oder dann zurück in den Liege- und Fressbereich gelenkt.

Gummiauflage lohnt sich

Der DeLaval-Stall hat drei Liegeboxenreihen und bietet 70 Kühen Platz. Villigers Prototyp ist für 65 Kühe ausgelegt. Auch hat Villiger entlang der Fressachse keinen Schieber, sondern einen Spaltenboden mit Gummiauflage. «Darauf gehen die Kühe sehr sicher», erwähnt der Braunviehzüchter, «eine Gummiauflage lohnt sich jedenfalls.»

Suter ergänzt: «Im Normstall ist ein Schieber vorgesehen, weil der ab einer gewissen Stalllänge günstiger ist als die Spaltenelemente.» Auf Wunsch sei aber auch ein Lochboden möglich. In den Liegeboxenreihen sind standardmässig Tiefboxen geplant, wie sie auch Villiger hat. «Die Kalk-Stroh-Einstreu bewährt sich, es ist schön zu sehen, wie ruhig alle Kühe liegen und wiederkäuen», freut sich der Bauer.

Offene Bauweise

Zur Ruhe im Stall trägt auch die Luftqualität bei. Der DeLaval-Stall ist an den Breitseiten geschlossen. Richtung Norden, entlang der Futtertenne, kann bei Biswind oder kalten Temperaturen ein durchsichtiger Curtain heruntergelassen werden. Auf der anderen Längsseite ist der Stall offen. Diese Seite wird gegen Süden ausgerichtet.

Zwischen dem Liege- und dem Fressbereich, direkt vor dem Roboter, ist ein breiter Durchgang. Er dient auch als Wartebereich, und dort sind auch die beiden Trogtränken auf 60cm Höhe angeordnet. Das habe System, erklärt Villiger: «Die Kühe müssen gleich nach dem Melken saufen können.» Für ihn ist auch dieses Detail wichtig: «Das hat sich bewährt, das würde ich wieder so bauen.» Überhaupt sei er sehr zufrieden mit dem neuen Stall, meint der Praktiker. Der Stallplaner ist gleicher Meinung: «Wir haben da ein Konzept, das funktioniert und das wir guten Gewissens anbieten können.»

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