21.07.2013 06:13
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchleistungen
9500 kg Milch pro Kuh - Schwedens Kühe geben europaweit am meisten Milch
Während Schweden nicht unbedingt direkt mit Milchproduktion in Zusammenhang gebracht wird, zeigt dieser Produktionsbereich in dem skandinavischen Staat eine besonders hohe Leistungsfähigkeit.

Nach Angaben der European Dairy Farmers (EDF), die ihren diesjährigen Jahreskongress in Schweden durchführten, bringen es die Landwirte, die im dortigen Herdbuch vertreten sind, mit rund 9 500 kg je Kuh und Jahr auf die höchste durchschnittliche Milchleistung in ganz Europa. Gleichzeitig unterliegen die schwedischen Milchbauern strengeren Auflagen hinsichtlich Tierwohl und Fütterung als viele ihrer EU-Kollegen, verbunden mit besonderen klimatischen Herausforderungen.

Milchproduktion geht zurück

Deshalb geht in dem skandinavischen Land die Milchproduktion seit Jahrzehnten zurück. Nun besteht laut EDF allerdings Hoffnung, die Talsohle erreicht zu haben. In Südschweden befindet sich nach Angaben des Dachverbandes ein sogenannter „Milchgürtel“; dort werden auf 20 % der Landesfläche 70 % der heimischen Milch produziert. Insgesamt brachten es die rund 4 800 Milcherzeuger in Schweden im vergangenen Jahr auf eine Gesamtmenge von 2,861 Mrd kg Milch; das entspricht etwa einem Zehntel der deutschen Milchproduktion.

Ermolken wurde diese Menge von rund 348'000 Milchkühen, von denen fast die Hälfte in Anbindeställen gehalten wird. Die durchschnittliche Herdengröße liegt bei 70 Tieren je Betrieb, wobei weniger als 20 % der Betriebe einen Bestand von mehr als 100 Milchkühen haben. Wachstum über eigene Nachzucht Laut Darstellung der EDF hat Schweden im Milchbereich strenge Hygienevorschriften, die einen hohen Gesundheitsstatus der Herden garantieren sollen. Auf der anderen Seite behinderten Regelungen zum Transport und zur Eingliederung der Tiere den Kauf beziehungsweise Verkauf von lebenden Tieren innerhalb des Landes. Deshalb erfolge das Wachstum der Milchviehbetriebe in erster Linie auf Basis der eigenen Nachzucht.

Nach Angaben der EDF hatte Schweden vor dem Eintritt in die EU im Jahr 1995 einen garantierten Milchpreis, der es den Milcherzeugern besser als heute ermöglicht habe, Investitionen in teure Gebäude und Technik zu realisieren. Heute führten isolierte Ställe und ein hoher Automatisierungsgrad zu einer hohen finanziellen Belastung. Deshalb benötigten schwedische EDF-Betriebe etwa 5 Cent pro Kilogramm Milch mehr als ihre europäischen Kollegen. Auch wenn diese Daten des EDF-Produktionskostenvergleichs nicht repräsentativ für das Land seien, zeigten sie doch die Herausforderungen der schwedischen Milcherzeuger. So hätten die Milchpreise im letzten Analysezeitraum nicht einmal 3 ct/kg über dem Milchpreis der europäischen Kollegen gelegen.

Arla der wichtigste Abnehmer

Wie die EDF weiter mitteilte, werden fast drei Viertel der schwedischen Milch von der Molkereigenossenschaft Arla verarbeitet, die sich in den letzten Jahren zu einem internationalen Unternehmen entwickelt habe. Arla erfasse in sechs Ländern Milch und verkaufe die Produkte in mehr als 100 Ländern in der ganzen Welt. Der Geschäftsführer von Arla Foods, Peter  Tuborgh, wies auf dem EDF-Kongress darauf hin, dass er auch künftig eine weitere Konsolidierung im Verarbeitungsbereich erwarte.

Molkereiunternehmen, die zu groß für eine Nischenproduktion seien, gleichzeitig aber zu klein, um auf dem internationalen Markt mitspielen zu können, würden über kurz oder lang scheitern. Der Schlüssel zum Erfolg seien die finanzielle Stärke, Kompetenz und eine ausreichende Menge an hochqualitativem Rohstoff.

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