22.08.2019 20:17
Quelle: schweizerbauer.ch - dpa/blu
Forschung
Abgastest für Kühe
Kühe produzieren Methan, ein klimaschädliches Treibhausgas. Forscher der Universität Kiel wollen deren Methan-Produktion durch einen Kräutermix reduzieren. Dafür binden sie den Nutztieren auf einem Versuchsgut Gürtel um. -> Video

„Rülpsen ist viel schlimmer als furzen. 96 % des Gases stossen die Kühe durch das Maul aus,“ sagt Sabine Mues (54), Agraringenieurin und Lindhof-Betriebsleiterin. Forscher der Universität Kiel wollen deren Methan-Produktion durch einen Kräutermix reduzieren.

11 Jersey-Rinder weiden auf einer Weide mit sieben verschiedenen Kräutern: Gelber Hornschotenklee, Spitzwegerich, Rotklee, Wiesenkümmel, Wiesenknopf, Weissklee und Zichorie. Kühe sind wegen ihres Methan-Ausstosses in Verruf gekommen. Sie erzeugen das klimaschädliche Gas beim Verdauen. 

Projektleiter Carsten Malisch von der Kieler Christian-Albrechts-Universität gibt den Anteil von Methan am Treibhauseffekt der Landwirtschaft mit 40 Prozent an. „Und die Landwirtschaft wiederum macht 7,3 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen aus.“ Die Kieler Forscher wollen gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern in Europa die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft senken.

Rund 280 Gramm Methan setze eine Kuh in Weidehaltung täglich frei, sagt Malisch. Erste Versuche stimmen die Forscher positiv. Der Methan-Ausstoss pro Kilo Milch kann bis zu 20 Prozent gesenkt werden. Die Kräuter verlangsamen die Verdauung der Wiederkäuer. Die Methan-Produktion im Pansen der Tiere wird gebremst. 

Die Methan-Produktion der Kühe dürfe aber nicht zu stark gesenkt werden. „Sonst kriegt die Kuh nicht mehr genügend Energie, um ihre Milch zu produzieren“, erklärt Malisch.

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