Montag, 28. November 2022
07.06.2020 07:15
Glarus

Alpaufzug per Heli

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Von: Barbara Bäuerle-Rhyner

Der Wegzustand auf die Auerenalp ist derzeit so schlecht, dass aus Sicherheitsgründen die Tiere auf die Alp geflogen wurden. ,

Hoch über Netstal, verteilt auf drei Stafel von 1300 bis auf 2200 Meter über Meer, liegt die Auerenalp. Seit Generationen wird die nur zu Fuss erreichbare Alp von der Familie Schnyder aus Netstal gepachtet.

Absturzrisiko zu gross

Eigentümerin der am Fusse des Wiggis liegenden Hochalp ist die Gemeinde Glarus. Der imposante Zugang auf Aueren führt durch eine Felswand, 1000 Höhenmeter und früher 3000 steile Stufen hinauf. Unzählige Helfer, Geröll, morscher werdende Holztritte und um die drei Stunden Aufstiegszeit prägten seit Jahrzehnten den Alpzugang für Mensch und Tier.

Ein in den Fels gehauener und am Abgrund liegender schmaler Weg führt auf die Alp. Der immer mehr vernachlässigte Unterhalt machte die von sich aus schon herausfordernde Strecke bereits in den vergangenen Jahren bei Auf- und Abfahrt zur gefährlichen Tortur. Bis zum Alpbeginn haben die Alpbestösser und Tierbesitzer Walter und Jakob Schnyder das Absturzrisiko bei einem Fussmarsch für die Tiere als zu gross und unzumutbar eingeschätzt. So wählten  sie heuer den aussergewöhnlichen Alpaufzug per Helikopter.

Pro Kuh zwei Minuten

Vom Sackberg, wo die Passagiere im Stall warteten, ging der «Alpaufflug» bei einer Luftlinie von vier Kilometern rund 500 Höhenmeter hinauf. Der Flug dauerte pro Kuh gut zwei Minuten. So landeten am Donnerstag 32 Kühe in etwas weniger als zwei Stunden sicher auf dem Hochplateau. Die erfahrene Crew der Heli Linth AG aus Mollis sowie weitere Helfer ermöglichten den Tieren heuer einen um einiges weniger anstrengenden «Aufstieg».

Beeindruckend ruhig – wie bereits am Startplatz – verliessen die Kühe nach dem Entfernen des Netzes den Landeplatz am Aueren Unterstafel – ein kurzer Blick in die den meisten bekannte Umgebung, und schon fingen die Kühe an zu fressen, als wäre es ganz normal, mit dem Helikopter z Alp zu fliegen. Jakob Schnyder hofft, dass es sich beim Helikoptereinsatz um eine  einmalige Sache handelt. Und dass der Weg bis zur Alpabfahrt so weit in Stand gesetzt wurde, dass die Kühe und Helfer  die Strecke von der Alp ins Tal, wie die Jahre zuvor,  zu Fuss zurücklegen können. 

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