Freitag, 30. September 2022
13.08.2013 16:08
Kuhtrainer

Alternative zum elektrischen Kuhtrainer entwickelt

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Von: Esther Siegenthaler

Ab September dürfen keine elektrischen Kuhtrainer mehr installiert werden. Im Winter 2009 entwickelten Christian Berger und Beat Indermühle einen Bio-Kuhtrainer als Alternative. Seit Februar 2013 ist dieser anerkannt.

U-förmige Bügel an einem massiveren verzinkten Eisenrohr hängen im Stall von Familie Ueli Berger aus Aeschi bei Spiez BE über dem Widerrist der Kühe. Jeder Bügel ist auf die darunterstehende Kuh mit einem Mindestabstand von fünf Zentimetern angepasst. Dies ist eine der Auflagen des Bundesamts für Veterinärwesen (BVet), die der Bio-Kuhtrainer Indermühle, wie er mit vollständigem Namen heisst, erfüllen muss. Als Alternative zum elektrischen Kuhtrainer, welcher ab kommendem Monat nicht mehr neu montiert werden darf, ist klar kein Strom in den Bügeln.

Eine Mischung

Steht das Tier beim Harnen oder Koten zu nahe an der Krippe, wird ein Krümmen des Rückens durch den Bügel verwehrt. Die Kuh wird dazu gebracht, einen Schritt zurückzuweichen. Die Funktionsweise ist die gleiche wie beim elektrischen Kuhtrainer. Dadurch, dass der Kuhtrainer aus verzinkten Gas- oder Wasser-Leitungsrohren ist, ähnlich wie beim pneumatischen Kuhtrainer, wird eine Verkrümmung oder Verschiebung der Anlage verhindert.

Seitlich vom Läger ist ein Schwenkarm angebracht. Durch die grosse Hebelkraft können die Bügel von 15 Kühen nach hinten geschwenkt und somit angehoben werden. «So gibt es beim Melken und An- oder Abbinden keine Einschränkungen.», erklärt Christian Berger, der Sohn von Ueli, er hat den Bio-Betrieb in Aeschi und am Inforama Hondrich auf das Jahr 2013 übernommen. In ihrem Stall stand der erste Bio-Kuhtrainer.

Alternative gefunden

Zusammen mit dem Kollegen Beat Indermühle aus Krattigen BE, er ist als Allrounder tätig, entwickelte Christian Berger im Winter 2009 die Alternative zum elektrischen Viehtrainer. Der pneumatische Trainer, welcher zu dieser Zeit für 800 bis 900 Franken pro Kuhplatz montiert wurde, war zu teuer. Heute ist der pneumatische Kuhtrainer, auch CowClean genannt, nicht mehr erhältlich. Die Anlage von Berger und Indermühle hingegen ist seit Februar 2013 vom BVet als Bio-Kuhtrainer anerkannt.

210 Franken pro Platz

Die beiden Erfinder sind nicht die einzigen, die überzeugt sind. Momentan wird in 13 Betrieben das Milchvieh durch diesen Kuhtrainer sauber gehalten, einer davon in Deutschland. Auch Bendicht Gerber aus Schangnau beurteilt den patentgeschützten Bio-Kuhtrainer als gelungene Alternative. Er hat langjährige Erfahrung mit Kuhtrainern. Während mehreren  Jahren hat er sowohl elektrische  wie auch pneumatische Kuhtrainer installiert. Heute ist er im Bereich Stalleinrichtungen und -beratung sowie Melkeinrichtungen selbständig. «Der grosse Vorteil ist, dass die Anlage völlig wartungsfrei ist.», gibt Gerber Auskunft. Auch die Installationskosten von 210 Franken pro Kuhplatz schätzt er als günstig ein. Einzig zu bedenken gibt Gerber, dass sich die Tiere an den Bügel gewöhnen könnten. «Bei Berührung passiert nichts, also kein Stromschlag oder kein sich senkender Bügel, welcher gegen den Widerrist des Tieres drückt», wie er ausführt.

Auch für Jungvieh

Sobald das Jungvieh angebunden werden darf, kann auch der Bio-Kuhtrainer eingesetzt werden. «Hierzu haben wir längere Bügel konstruiert, welche nach vorne abgeknickt sind.», erklärt Beat Indermühle.

Die Anerkennung des BVet, das Patent sowie weitere Informationen sind unter www.kuhtrainer.ch zu finden. Bei Interesse kann der Kuhtrainer auf Anfrage in Aeschi besichtigt werden.

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