26.04.2017 06:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Julia Spahr
Bern
"Am Euter drücken, bis was kommt"
Am Wochenende konnten Besucher an der BFH-Hafl in Zollikofen in die «Welt des Rindviehs» eintauchen.

Wie wird aus Rahm Butter, wie aus Milch Käse, wie viel Milch braucht es für ein Kilo Käse, was frisst eine Kuh, was passiert in ihren vier Mägen?

Diese und viele weitere Fragen wurden am letzten Wochenende an der Berner Fachhochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften Hafl auf unterschiedliche Art beantwortet. Auf drei Etagen konnten die Besucher einen Parcours absolvieren und spielerisch Erkenntnisse rund ums Thema «Rindvieh» sammeln. 

"Das nennt man melken"

An einem Stand konnte man Rahm in einem Becher so lange schütteln, bis er zu Butter wurde. «Ich wusste nicht, dass Butter so entsteht», sagte ein Mädchen aus Oberhofen BE. «Besonders erstaunt hat mich aber, dass noch Flüssigkeit übrig bleibt», sagte sie. Darauf erzählte sie, dass sie davor «bei einer Kuh am Euter rumdrücken konnte, bis etwas rauskam». «Das nennt man melken», sagte ihr Vater lachend.

Auch andere Eltern finden es wichtig, ihren Kindern genau solche Erlebnisse zu ermöglichen. Roland Sieber aus Konolfingen BE etwa kam mit seiner Tochter Michelle Gafner. Auch sie versuchte sich an der Modell-Kuh im Melken. «Ich bin gelernter Käser und arbeite jetzt in der Milchverarbeitung in der Qualitätssicherung. Mir schien dieser Anlass sehr geeignet, meiner Tochter die Prozesse näherzubringen», sagt er. 

Eine Laune der Natur

Neben den Aktionen und Spiele, an denen die Besucher teilnehmen konnten, waren überall Plakate mit Erklärungen aufgehängt. «Hesch gwüsst, warum die Kuh vier Zitzen hat?», stand auf einem. «Viele Säugetiere haben zwei Zitzen pro Junges. Kühe haben meistens nur ein Junges, aber trotzdem vier Zitzen. Bis jetzt wurde kein Grund dafür gefunden. Es scheint eine Laune der Natur zu sein», lautet die ebenfalls auf dem Plakat vermerkte Antwort. 

Vom Areal der Hafl konnten die Besucher mit Shuttlebussen zu vier Höfen in der Umgebung fahren und sich dort direkt vor Ort ein Bild von unterschiedlichen Bauernbetrieben machen.

Der Anlass wurde von 90 Studierenden der Hafl im Rahmen des Unterrichts in Projektmanagement geplant und organisiert.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE