27.10.2012 12:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
AP 2017
AP 17: Neue Politik verlangt neue Ideen
Die AP 17 wirft ihre Schatten voraus. An der Agridea-Tagung war sie allgegenwärtig. Doch hatten die Vertreter der Verbände auch anderes zu berichten: dass sie auf Kurs sind und dass sie neue Dienstleistungen anbieten.

Die Info-Tagung Viehwirtschaft ist ein fixer Termin in der Agenda der Berater und Behörden rund um die Tierhaltung. Das gilt 2012 wohl ganz besonders, denn es ist einiges im Umbruch. Die Agrarpolitik 2014–2017 (AP17) beschäftigt die Bauern, der Milchpreis ebenso. Da wollen natürlich alle wissen, wie es denn nun weitergeht.

80 Prozent Grasfutter?

Zumindest bezüglich der AP17 ist noch nicht alles definitiv beschlossen, denn die Vorlage wird erst in der Wintersession in den Ständerat kommen. Und trotzdem wurden an der Tagung in Landquart GR diese Woche neue Details publik. So ist mittlerweile näher bekannt, welche Kriterien dem Programm zur graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion zugrunde liegen könnten.

Dieses soll für alle Raufutterverzehrer offen sein, als Bezugskriterium zählen die Hektaren Grünfläche (Kunstwiese und Dauergrünfläche). Teilnehmer müssen den Mindesttierbesatz erfüllen, und im Talgebiet muss die Fütterung gemäss Suisse-Bilanz voraussichtlich mindestens 90 Prozent Grundfutter enthalten, davon mindestens 80 Prozent Gras (frisch, siliert oder getrocknet). Der Anteil Silomais in der Ration wird also wohl auf 10 Prozent beschränkt. Im Berggebiet müssen mindestens 90 Prozent Gras verfüttert werden.

Sojafütterungsverbot?

Mutterkuh Schweiz stellt sich hinter die Produktionssystembeiträge, zu denen auch das Programm zur graslandbasierten Produktion zählt. Die Organisation verfolgt die Strategie «Fleisch aus Gras» schon lange. Und sie will sie konsequent umsetzen, konsequenter fast noch, als es der Bund in seinem Programm will.

Im Gegensatz zum Bundesprogramm, das freiwillig ist, möchte Mutterkuh Schweiz die Vorschriften ebenso wie Bio Weide-Beef nämlich für verbindlich erklären. Ein totales Verbot von Sojaschrot im Futter für Natura-Beef und Natura-Veal ist ebenfalls angedacht.

Sinkendes Einkommen?

Doch mit der AP17 stehen die Mutterkuhhalter auch ohne eigenes Zutun schon vor neuen Herausforderungen. Das Forschungsprogramm AgriMontana hat ergeben, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Mutterkuhbetriebe bis 2017 pessimistischer zu beurteilen ist als jene der Milchviehbetriebe.

Sollten die Direktzahlungen wie geplant umverteilt werden, müssen sie wachsen, um ihr Einkommen zumindest halten zu können. Betriebe ohne Flächenwachstum würden sowohl bei Weiterführung der heutigen Agrarpolitik wie auch bei Umsetzung der AP17 rückläufige landwirtschaftliche Einkommen erzielen, besagt der Bericht. Das Einkommen der wachsenden Betriebe steigt aber laut AgriMontana bis 2017.

Brunst besser erkennen?

Nicht nur die Politiker arbeiten mit der AP17 an neuen Instrumenten. Auch die KB-Organisation Swissgenetics war in letzter Zeit nicht untätig. Resultat ist die Einführung des Brunsterkennungssystems Heatime und des Gesundheitsmonitorings RuminAct im Frühling 2012. Dieses System steht weltweit im Einsatz.

Mit einem Transponder am Halsband werden sowohl  die Wiederkautätigkeit als auch die Aktivität der Kühe erfasst. Die Daten werden auf dem Computer grafisch dargestellt und warnen, wenn eine Kuh Brunst- oder Krankheitssymptome zeigt.

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