25.11.2015 14:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Thurgau
Arenenberg: Stallprojekt wird überarbeitet
Der geplante Stallneubau am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg TG löste scharfe Kritik aus. Das Projekt sei zu teuer, wurde moniert. Nun wird das Ganze überarbeitet.

Der heutige Stall aus dem Jahr 1990, der Platz für 22 Tiere bietet, soll ersetzt werden. So lautet der Plan des BBZ Arenenberg. «Der Stall ist nicht mehr zeitgemäss für eine richtungsweisende Ausbildung», hiess es Anfang Jahr vonseiten des Bildungszentrums.

Massive Kritik

Das Neubauprojekt, konzipiert als Laufstall, sollte rund 60 Tieren Platz bieten und den aktuellen Anforderungen entsprechen. Der Kanton hatte im Finanzplan dafür 2,8 Mio. Franken eingestellt.

Das sei viel zu viel, monierten Kritiker im Januar. «Einen normalen Laufstall kann man für die Hälfte bauen», führte Kantonsrat Moritz Tanner (SVP, Winden) aus. Der Kanton solle kein Stall bauen, der sich in der Praxis kein Bauer leisten könne. Parteikollege Daniel Vetterli aus Rheinklingen betonte, dass sichergestellt werden müsse, dass ein erfahrener Stallbauer mit der Planung beauftragt werde.

Die Kritik zeigte Wirkung. Das Projekt soll nun überarbeitet werden. Zudem soll eine Machbarkeitsstudie eine „optimale und bewilligungsfähige Lösung ermöglichen“, schreibt die Geschäfts- und Prüfungskommission des Grossen Rates des Kantons Thurgau. Und statt der 2,8 Millionen sind im aktuellen Finanzplan nun neu 1,9 Millionen Franken vorgesehen. 

Neue Chefs am Ruder

«Die Bedürfnisse für den Milchviehstall am BBZ Arenenberg und der genaue Standort, wo dieser tatsächlich gebaut werden soll, werden von Grund auf neu aufgenommen», sagte Andreas Keller, Generalsekretär des kantonalen Departements für Inneres und Volkswirtschaft, am Mittwoch gegenüber der „Thurgauer Zeitung“.

Eine Neubeurteilung des Projekts mache auch deshalb Sinn, weil die Stellen des Kantonsbaumeisters sowie des Chefs des Landwirtschaftsamtes neu besetzt worden seien, so Keller. Diese könnten nun von Beginn an bei der Planung mitwirken. Einen genauen Zeitpunkt, wann das neue Projekt vorgestellt wird, wurde nicht genannt. Somit ist auch noch unklar, wo der Stall gebaut wird. Auch Fragen zur Ausrüstung (Melkroboter) und zu den Kosten kann der Kanton (noch) nicht beantworten.

Tanner bleibt kritisch

Kantonsrat Moritz Tanner bleibt skeptisch. Der Betrag im Finanzplan bewege sich am obersten Limit.  «Besser würde man jetzt aufgrund des sinkenden Milchpreises auf dem Weltmarkt mit diesem Projekt zuwarten», erklärte er gegenüber der „Thurgauer Zeitung“.

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