11.05.2016 09:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Erbfehler
Bald Gentest für HH5-Träger
Fortpflanzungsstörungen bei Holstein müssen nicht managementbedingt sein. Der Erbfehler HH5 kann zum plötzlichen Fruchttod führen. Forscher haben nun den Genort der Mutation entdeckt. Nun soll ein Gentest folgen. Bekanntester Träger ist Picston Shottle.

Seit 2013 ist der Erbfehler HH5 (fruchtbarkeitsbeeinträchtigender Haplotyp 5) in der Holsteinpopulation bekannt. Er ist schuld an  Fortpflanzungsstörungen, die   seit vielen Jahren auftreten. Auch unter optimalen Bedingungen kommt es aufgrund von HH5 immer wieder vor, dass Kälber vor der Geburt sterben. Dieser frühe Fruchttod  führt jedes Jahr zu erheblichen Verlusten in der Tierzucht.

138'000 Basenpaare

 Wissenschaftlern   der Universität Göttingen (D)  ist es nun gelungen, den Ort des Gendefekts unter den rund drei Milliarden Bausteinen der Erbsubstanz des Rindes, den sogenannten Basenpaaren, zu orten.

Beim HH5-Gendefekt  kommt es zum Verlust eines Chromosomenabschnitts von etwa 138000 Basenpaaren. Davon ist ein Gen betroffen, das für den Zellstoffwechsel unersetzlich ist und dessen Verlust den frühen Fruchttod verursacht. 

Bisher konnte der Gendefekt HH5 nur mittels eines Haplotypentests nachgewiesen werden. Dessen Sicherheit liegt bei rund 80 Prozent. Dank der Lokalisation von HH5 ist nun die Entwicklung eines Gentests möglich und auch geplant. Seine Sicherheit wird laut Eric Barras vom Schweizerischen Holsteinzuchtverband  bei 99,99 Prozent liegen.

Shottle war Träger

Davon dürften auch die Viehzüchter in der Schweiz profitieren, denn auch hierzulande ist HH5 in der Holsteinpopulation verbreitet. Je nach Geburtsjahr der Tiere liegt die Trägerrate von HH5 zwischen 0,1 und 6,2 Prozent (siehe Tabelle). Bekanntester Träger des Defekts  ist wohl  Picston Shottle, aber auch Aftershock, Beacon, Laron P, Millard oder Santana sind positiv  getestet.

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