16.08.2017 10:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Thurgau
Bauer hat trotz Verbot Kühe
Im Thurgau ist ein zweiter Fall eines Bauern bekannt geworden, der trotz Tierhalteverbots Kühe unter miserablen Bedingungen halten soll. Die Regierung will am Mittwoch im Grossen Rat zu diesem Fall und zum Tierschutz-Vollzug Stellung nehmen.

Wie der «Blick» berichtet, erliessen die Thurgauer Behörden gegen den betroffenen Bauern im Weiler Reuti bei Bussnang schon 2010 ein Tierhalteverbot, nachdem der Thurgauer Tierschutzverband eine Anzeige gemacht hatte. Der Landwirt führte ohne Ausbildung Enthornungen durch, tötete mindestens eine Kuh ohne Betäubung und stellte auf seinem Betrieb die tierärztliche Versorgung nicht sicher. Im Juli 2010 verhängte das Thurgauer Veterinäramt ein Tierhalteverbot auf unbestimmte Zeit. 

Trotzdem soll der Bauer noch immer rund 60 Kühe unter fragwürdigen Bedingungen halten. «Ein im Zerfall befindliches Wohnhaus, defekte Traktoren, ungepflegte Weiden - ein einziges Chaos», schildert «Blick» den Zustand des Hofs. Inzwischen soll er den Hof an einen Neffen verpachtet haben, sich aber trotzdem immer noch selber um die Kühe kümmern «Ich habe hier im Moment 60 Tiere und bin immer für sie da», sagt der Bauer gegenüber der Zeitung. Gegen das Tierhalteverbot und gegen eine Vollstreckungsverfügung ging der Bauer zwei Mal erfolglos bis vor Bundesgericht.  

Der Landwirt will auf seinem Grundstück einen Neubau erstellen - eine Remise inklusive Stall. «Wir haben das Gesuch nach einer Begehung diesen Frühling formell zurückgewiesen», sagt Gemeindepräsident Ruedi Zbinden. 

Der zuständige Regierungsrat Walter Schönholzer will Licht in den Umgang der Thurgauer Behörden mit diesem Fall und weiteren Tierschutzfällen bringen, wie er am Mittwochvormittag vor Journalisten versprach. Weitere Fragen zum Fall von Bussnang will die Staatskanzlei am Mittwochnachmittag schriftlich beantworten. Am Dienstag hatte die Thurgauer Regierung angekündigt, den Tierschutz-Vollzug durch eine externe Kommission überprüfen zu lassen. Auslöser ist der Fall des mutmasslichen Tierquälers von Hefenhofen, dessen Pferdehaltung schweizweit für Schlagzeilen sorgte und auch die Behörden in die Kritik brachte.

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