14.08.2018 08:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Bergschaften 500 Jahre alt
Die Gletscheralp am Zäsenberg ist eine von vielen Alpen im Grindelwaldtal, die von den Bergbauern zur Sömmerung ihres Viehs genutzt wurden und auch heute noch werden.

Das korporative Grindelwalder Bergschaftssystem ist in seinen Grundzügen mehr als ein halbes Jahrtausend alt. Erstmals schriftliche Erwähnung fanden die Alp-Weideverhältnisse in der Talschaft Grindelwald durch Probst Nikolaus im Jahr 1404. Das Kloster Interlaken besass damals Güter im Grindelwaldtal.
Nach der Reformation fassten die Leute der Talschaft im Jahr 1538 ältere Alpreglemente in der sogenannten «Taleinung» zusammen. Die Alpen im Grindelwaldtal sind in Gemeinschaftsbesitz und werden durch die Bergschaften genossenschaftlich betrieben.

Das Bergrecht, also das Recht, Vieh auf der Alp zu sömmern, ist untrennbar mit den Wintergütern im Tal verbunden. Grundstücke ohne Bergrecht oder Bergrechte ohne Grundstück können «nie unter keiner Form in anderen Besitz übergehen», wie es nach Jahrhunderten auch im aktuell gültigen Taleinungsbrief aus dem Jahr 2002 noch heisst.

Die Bergschaften haben auch heute noch viel Gewicht: Zum Beispiel lehnte die Bergschaft Wärgistal 2014 ein hunderte Millionen schweres Grossprojekt der Jungfraubahnen ab. Erst im zweiten Anlauf gewährte sie die nötigen Überfahrtsrechte für den neuen Eiger-Express, einer Seilbahn von Grindelwald Grund zur Station Eigergletscher.

Im Grindelwaldtal gibt es folgende Bergschaften: Bussalp, Holzmatten, Bach, Grindel, Scheidegg, Wärgistal und Itramen. Die Gletscheralp Zäsenberg gehört gemeinsam den Bergschaften Grindel und Scheidegg. Bis in heutige Zeiten werden auf den Geländeterrassen des Zäsenbergs noch Schafe gesömmert.

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