8.03.2017 12:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Swissherdbook
Berner unterstützen Walter Lüthi
Der Vorstand von Swissherdbook will sein Mitglied Walter Lüthi aus Allmendingen abberufen lassen. Die Delegierten des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes stellen sich aber gegen den Antrag und unterstützen Walter Lüthi. Das hat die DV am Mittwoch in Thun entschieden. 319 der 406 Delegierten stimmten für Lüthi.

12.19

Die Schwendiboden-Jodler sind an der Reihe. Damit ist das Thema "Walter Lüthi" an diesem Tag vorerst entschieden. Die Berner Delegierten entscheiden sehr deutlich, Lüthi die Unterstützung auszusprechen. Den definitiven Entscheid werden aber erst die Delegierten von Swissherdbook am Dienstag, 11. April, fällen. Die Berner haben dort aber nur 42 Prozent der Stimmen. Man darf dabei nicht vergessen, dass trotz deutlichem Mehr auch eine Minderheit der Berner hinter dem Antrag des Vorstandes von Swissherdbook steht und eine Abwahl Lüthis will. Deshalb wird die Mobilisierung an der DV von entscheidender Bedeutung sein.

12.16

Niklaus Hofer ruft Antragsteller Ferdinand Oehrli dazu auf, einen Antrag im Namen seiner Genossenschaft den entsprechenden Antrag zu stellen und in Bern zu vertreten.

Oehrli kritisiert Hofer, dass dieser den Auftrag der Versammlung verweigere, den Antrag einzureichen. Er fordere ihn auf, im Namen des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes den Antrag einzureichen.

Hofer wiederholt seine schon vorgängig geäusserte Bemerkung, dass der Berner Verband statuarisch gar nicht befugt sei, den Antrag einzureichen. Er werde diesen aber selbstverständlich an der Versammlung unterstützen.

12.13

Die wohl letzte Abstimmung heute: Der Antrag des Vorstandes lautet, dass man den Vorstandssitz von Walter Lüthi für ein Jahr vakant sein lasse, falls dieser trotzdem abgewählt werden sollte.

Dieser Antrag wird mit 309 Stimmen unterstützt.

12.09

Gemäss Statuten seien Wahlen offen durchzuführen, so Hofer. Deshalb werde jetzt offen abgestimmt.

Die Versammlung hat mit 319 Stimmen für die Unterstützung von Walter Lüthi ausgesprochen. "Wir werden aus Zeitgründen das Gegenmehr nicht abfragen.", so Hofer.

12.08

Mitantragsteller Walter Küng ergreift das Wort: "Wir haben es weit gebracht, wenn wir so lange über Sachen diskutieren, welche die Basis nicht will. Man kann dem auch Führungsschwäche sagen von gewissen Leute. Auf der Traktandenliste steht "Kompetenzerteilung an den Vorstand". Dann bekommen wir den Auftrag der Basis. Da brauchen wir keine Namen mehr auf Zettel zu schreiben um zu sage, was der Berner will oder nicht."

12.06

Präsident Niklaus Hofer: "Traktandiert ist an der DV von Swissherdbook das Traktandum "Abberufung Walter Lüthi". Dort müsse er dann schon wissen, - wenn er eine Stellungnahme zu Handen des Berner Verbandes abgeben soll - ob er eine Empfehlung für oder gegen Walter Lüthi geben müsse." Mit diesem Vorgehen komme man an ein Ende. Er könne dort nicht mehr machen, als eine Empfehlung abzugeben.

12.03

Ferdinand Oehrli: "Der Antrag wurde mit grosser Mehrheit gut geheissen. Das erste, was der Präsident macht, ist, sich aus der Verantwortung zu stehlen." Der Antrag sei mit grosser Mehrheit angenommen zu worden. "Du, Chlöisu, hast den Auftrag, Dich bei Swissherdbook einzusetzen." Die Fragestellung, über Walter Lüthi abzustimmen, sei die falsche Fragestellung. Wenn die Direkte Demokratie nicht mehr wichtig sei, dann gehe das nicht. "Wir stimmen nicht darüber ab, Lüthi Walter - Ja oder Nein - sondern darüber, ob das Vorgehen des Swissherdbook-Vorstandes richtig gewesen ist oder nicht, Lüthi wegen einem einzelnen Fehler auszuschliessen."

11.58

Nun kommt der Antrag, ob man pro oder kontra Walter Lüthi abstimmen wolle.

Dieser Antrag wird mit 293 gegen 62 bei 31 Enthaltungen gut geheissen.

Nun folgt also die Abstimmung über Walter Lüthi. "Wir stimmen geheim ab", so Hofer.

11.57

Die Delegierten heissen den Antrag von Oehrli und Mitstreitern mit 290 zu 48 bei 68 Enthaltungen gut.

Hofer ruft Ferdinand Oehrli dazu auf, den Antrag zu Handen von Swissherdbook über eine Genossenschaft einzureichen.

Antrag zu Traktandum 6

1. Die Abberufung während der laufenden Legislatur von Walter Lüthi aus der Verwaltung vno Swissherdbook wird vom Bernischen Fleckviehzuchtverband aus demokratischen Gründen nicht unterstützt.

2. Walter Lüthi soll die laufende Legislatur bis 2018 ordnungsgemäss zu Ende führen.

3. Während diesem Jahr kann diese personalpolitische Frage in der Berner Züchterbasis demokratisch aufgearbeitet werden.

4. Der Präsident Niklaus Hofer wird beauftragt, fristgerecht zu Handen der Delegiertenversammlung von Swissherdbook von Dienstag, 11. April 2017, Arena, Kursaal Bern, dieses Vorgehen im Namen des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes zu beantragen und zu vertreten.

11.53

Keine Wortmeldungen mehr. Jetzt gibt es die erste Abstimmung: "Will die Versammlung zum Antrag 6 eintreten?". Hofer ruft in Erinnerung dass Punkt 4 nicht erfüllbar sei.

11.52

Markus Gerber: Es werde immer gesagt, er habe ein "Gstürm" mit Lüthi Walter. Das stimme aber nicht. Er vertrete eine einheitliche Position des Vorstands, die mit 6 zu 1 (Walter Lüthi) gefällt worden sei.

11.50

Daniel Zürcher: In Bulle habe eine kleine Minderheit rebelliert. "Ihr müsst wissen, wie die Mafia tickt. Die grosse Zerreisprobe macht der Schweizer Verband. Es gibt eine riesen Auseinandersetzung. Wir Berner haben 42 Prozent. Die Freiburger sind eine kleine Minderheit. Wenn ihr Fünfviertelstunden getagt habt und euch noch nicht geeingt hättet, dann wäre ich auch aufgestanden. Die Berner seien schon X-Mal unter Druck gesetzt worden."

11.48

Hans Wenger, Diemtigtal: "Stellt euch in die Situation von Walter Lüthi. Wenn ich Walter Lüthi wäre, dann möchte ich von euch Delegierten wissen, ob ihr mich noch wollt. Wenn der Schweizer Verband wegen Walter Lüthi auseinander gehen sollte, dann musse ich mich fragen, was wir für einen Verband haben." Es wäre auch in der Schweizer Agrarpolitik manchmal besser, wenn in der Schweizer Agrarpolitik einer die Türe öffnen würde. Er sei für Walter Lüthi "Lass Dich nicht kleinkriegen."

Etwas verhaltener Applaus.

11.48

Ein Votant steht auf. "Wäre es nicht möglich, dass sich die beiden Männer die Hand geben würden. Dann wüssten wir auch, was wir im April abstimmen müssen".

Applaus.

11.46

Ueli Bach, Vizepräsident Swissherdbook, ergreift das Wort. Er habe den Auftrag bekommen, im Namen des Berner Vorstandes zu sprechen. Ihn belaste die Situation. "Ich bin überzeugt, dass es mehr Verlierer geben wird als Gewinner." Er frage bewusst, ob man ein Problem des Schweizer Verbandes zu einem Berner Problem werden lassen wolle.

11.44

Präsident Niklaus Hofer fährt mit der Versammlung weiter. Der Vorstand habe das weitere Vorgehen festgelegt. "Wir werden eine Abstimmung machen, ob wir auf den Antrag eintreten werden. Wenn der Antrag durchgehen will, werden wir die Versammlung fragen, ob sie eine Abstimmung pro und Kontra Walter Lüthi will."

11.25

Niklaus Hofer: Der Berner Vorstand sei zum ersten Mal am 16. Dezember informiert worden. Weil das Thema neu gewesen sei, habe man noch keine Diskussion geführt. Dies wurde an der nächsten Sitzung am 10. Februar getan. Man habe zuerst mit Walter Lüthi und danach ohne Walter Lüthi eine saubere Diskussion geführt. Anschliessend habe man noch einmal rund 1,5 Stunden mit Swissherdbook eine sehr gute Aussprache geführt. Anschliessend habe man die Sitzung weiter geführt. Der Vorstand des Berner Verbandes habe klar entschieden, keine Abstimmung durchzuführen. Weil weder der Berner Vorstand noch die Berner Versammlung sei Wahlbehörde. Der Berner Verband könne nur Wahlvorschläge machen.

Hofer unterbricht die Versammlung, um kurz mit dem Vorstand zu diskutieren.

11.25

Hanspeter Iseli fragt sich, warum man über ein paar Leute diskutiere, welche sich nicht an die Regeln hielten. Er will vom Berner Vorstand wissen, welche Position der Berner Vorstand habe.

11.22

Markus Gerber: Die 300'000 Franken werden über die Absatzförderung vom Bund ausgerichtet. Wie immer wenn der Bund Geld gebe, gebe es auch eine Verordnung.

Mit den Freiburgern sei eine Lösung aufgegleist. Der Ball sei momentan beim Holsteinverband, um eine gemeinsame Lösung für den Zuchtstiermarkt Bulle. zu finden "Wir reden immer über Bulle. Wir haben in der ganzen restlichen WEstschweiz die Punktierung nach dem neuen System durchgeführt. Fast überall funktioniert es."

11.18

Walter Küng, Diemtigen, meldet sich zu Wort. "Als nicht mehr aktiver Bauer sollte man schweigen. Aber ich erlaube mir jetzt trotzdem, was zu sagen", betont er. Die Beständeschauen seien schon länger in Frage gestellt. "Die Angstmacherpolitik gibt mir schon zu denken." Es sei Aufgabe von Swissherdbook, die Beständeschauen zu organisieren.

Hofer fällt Küng ins Wort: Ich bitte Dich, über die Sache zu diskutieren.

Küng stellt die Frage, warum er als Experte einen anderen Mantel habe anziehen müssen. Er verweist auch darauf, dass Hofer an der VSA-Versammlung gesagt habe, dass überall auf den Flyern für Jubiläumsschauen usw. das Label "Schweiz natürlich" drauf stehen müssten. "Warum nehmt ihr nicht Stellung, wie es gehen solle."

Küng wendet sich an Gerber: Wie wollt ihr mit der kleinen Minderheit, welche in Bulle befiehlt, verhandeln? Wie wollt ihr in allen anderen Verbänden das "Schweiz natürlich" durchsetzen?

11.17

Brönnimann betont, dass die Milchproduzenten eigentlich unter dem tiefen Milchpreis zu kämpfen hätte. "Wenn so viel Energie aufgewendet würde, um für einen besseren Milchpreis zu kämpfen, wären wir schon in einer besseren Situation."

11.15

Markus Gerber sagt: "Die Delegiertenversammlung wird das entscheiden. Wenn sie entscheidet, dass Walter Lüthi weiter in der Verwaltung ist, dann werden wir das akzeptieren müssen. Ich weiss allerdings nicht, wie sich das auf den Zusammenhalt auswirken wird. Anfragen beim Bund betreffend Beständeschauen sind in der Verwaltung immer einstimmig entschieden worden. Wenn ihr eine Zerreisprobe wollt, dann könnt ihr die haben. Ich will aber noch einmal unterstreichen: Wir haben nicht die Türe geöffnet. Es war eine Person, welche die Türe geöffnet hat und auch dem Vorstand in den Rücken gefallen ist."

11.14

Jürg Brönimann: In der Schweiz sei es so, dass von unten nach oben entschieden werde. Er will von Markus Gerber wissen, was passiere, wenn man am 11. April entscheide, Walter Lüthi im Vorstand zu belassen.

11.13

Alfred Bärtschi, Lützelflüh, kritisiert das Vorgehen. "Ich bitte euch im Vorstand, noch einmal in die Klausur zu gehen und das Problem unter euch zu regeln. Das ist nicht würdig für den Bernischen Fleckviehzuchtverband."

11.12

Niklaus Hofer ruft in Erinnerung, dass der Wahlkreis 3 nur 42 Prozent der Stimmen bei Swissherdbook habe. Das Problem mit den Beständeschauen sei nicht aus der Luft gegriffen.

11.09

Gerber ergreift noch einmal das Wort. Selbstverständlich seien die Delegierten frei, demokratisch zu entscheiden. Wenn der Berner Verband mit der Haltung, welche Ferdinand Oehrli vertreten habe, gebe es eine Zerreisprobe bei Swissherdbook. Die Verwaltung sei verpflichtet, das Wohl aller Mitglieder zu vertreten. Wenn ihr das wollt, dann müssen wir das zur Kenntnis nehmen. "Es könnte auch die Debatte über die Beständeschauen kommen. Die Absatzförderung gleise der Bund neu auf. Swissherdbook müsse bald entscheiden." Das Wohl des Gesamtverbandes sei immer im Vordergrund gestanden. Der Vorstand könne nur Anträge stellen. "Passt auf, wenn ihr es zur Zerreisprobe kommen lasst. Die Westschweiz wird auch mobilisieren. Das kann zu einer Zerreisprobe zwischen Deutsch- und Westschweiz führen."

11.07

Oehrli zieht den Antrag nicht zurück. Wenn der Bernische Verband keinen Antrag stellen könne, sei das undemokratisch. Auch wenn nur einzelne Genossenschafter Anträge stellen könnten, dann könne der Verband sich ja trotzdem eine Meinung bilden.

Der Applaus ist jetzt etwas stärker.

11.03

Hofer liest den Antrag von Ferdinand Oehrli, Reust und vier Mitstreitern Hanspeter Fuss, Teuffenthal, Walter Küng Diemtigen, und Martin Kipfer, Amsoldingen, liegt vor.

Antrag zum Traktandum 6

1. Die Abberufung während der laufenden Amtszeit von Walter Lüthi aus dem Vorstand von Swissherdbook wird aus demokratischen Gründen nicht akzeptiert. Während diesem Jahr kann diese Frage in der Berner Züchterbasis demokratisch korrekt aufgearbeitet werden. Der Präsident Niklaus Hofer wird beauftragt, zu Handen der DV von Swissherdbook vom 11. April 2017 im Namen des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes zu beantragen und zu vertreten.

Hofer kommentiert. Der Bernische Fleckviehzuchtverband habe bei Swissherdbook kein Antragsrecht. Swissherdbook gehöre den Genossenschaften und Einzelmitgliedern. Dieser Punkt sei nicht erfüllbar. Die drei anderen Punkte seien erfüllbar.

11.01

Hanspeter Iseli, Zwieselberg ergreift das Wort: "Wir sind gefordert, über etwas zu entscheiden, bei dem wir nicht dabei waren. Ich weiss nicht, ob Walter recht hatte oder die Verwaltung. Ich bin aber überzeugt, dass Fehler auf der einen oder anderen Seite geschehen sind, über die man im Nachhinein einig ist. Verlierer ist aber die Viehzucht. Wenn der grösste Verband der Schweiz solche Probleme wälzt. Die Berner Delegierten hätten ein grosses Gewicht. "Stehen wir voll hinter Walter, dann muss der Rest der Schweiz auffahren, damit es reicht."

Er würde es sehen, wenn der Präsident von Swissherdbook und Walter Lüthi sich die Hand geben würden und sagen, dass beide nicht ganz richtig reagiert hätten.

11.00

Niklaus Hofer erwidert: Man habe nicht entschieden, den Antrag nicht zu behandeln. Aber zuerst gehe es um die Aussprache.

10.57

Die Diskussion geht los. Ferdinand Oehrli ergreift das Wort. Er sei nicht ganz sicher, wie das Vorgehen sei. Vier Mitglieder einer Viehzuchtgenossenschaft hätten Anträge eingereicht. "Wenn Einzelmitglieder nicht Anträge einreichen können, dann können wir jetzt verreisen hier", sagt er. Wenn man etwa mit der Rechnung nicht einverstanden sei, dann könnte man ja keinen Antrag auf Rückweisung stellen. Er wolle wissen, ob man über den Antrag überhaupt diskutieren könne. "Wir wollen hier über die Sache diskutieren und nicht über Personen."

10.54

Jetzt spricht Walter Lüthi: "Ich will hier nicht zu viel sagen. Es ist an euch, etwas zu sagen." Er habe sich beim Vorstand entschuldigt, auch bei Markus. Für ihn seien zwei Dinge im Vordergrund. Die DV sei das höchste Gremium. Die müsse entscheiden. Für mich geht es nicht, dass ich wegen dem Druck von ein paar Kollegen die Hintertüre nehmen und gehe.

Regeln: Es brauche überall Regeln, um Ordnung herzustellen. Am Zuchtstiermarkt Bulle brauche Regeln. Auch beim BVD brauche es Regeln. Wenn es Reglemente gebe, dann müsse man sich daran halten. "Türe aufmachen, habe ich noch in keinem Reglemnet gesehen". Ob ihr Lüthi gut findet, soll keine Rolle spielen. Es müsse um die Sache gehen. Angst haben sei nicht Angst. Aber Angst haben bringe uns nicht weiter. legt sie ab.

Lützi erhält Applaus, allerdings nur verhalten und nur von einem Teil der Versammlung.

10.40

Jetzt spricht Markus Gerber für die Verwaltung von Swissherdbook. Swissherdbook habe schon lange darüber gesprochen, die Beurteilung der Stiere zu vereinheitlichen. Es gehe nur um RH/Ho-Stiere und nicht um SF oder Simmentaler. Es habe verschiedene System bisher gegeben. Im vergangenen Frühling sei entschieden worden, dass die Vorgaben für alle gleich seien, dass die Kommission aber auch für Westschweizer geregelt sei. Es gebe zwei Systeme. Zum einen über einen genomischen ISET-Test oder über eine Punktierung. Das sei mit dem Holsteinzuchtverband abgesprochen.

Es seien die Vorkommnisse in Bulle gegeben. Der zuständige Stierenschaukommissionspräsident lenkte unter dem Druck des OKs in Bulle ein. Im Frühling sei ein Antrag der Westschweizer und Freiburger vorgelegen.

Das habe zu der Diskussion in der Verwaltung im Oktober geführt. Man habe sich auf ein Vorgehen geeinigt. Die Verwaltung hat das Vorgehen der Freiburger nicht goutiert. Man hat aber auch entschieden, mit dem Freiburger Kantonalvorstand zu einer Aussprache einzuladen. Dieser Aussprache habe Walter Lüthi zugestimmt. Die Sitzung habe am 29. November stattgefunden. An einer Vorbesprechung sei die Position der Verwaltung bekräftigt worden. Unsere Position blieb gleich: Nur richten ohne zu punktieren gehe nicht.

Der Freiburger Kantonalvorstand sei vollständig erschienen und nicht Einzelzüchter. Die Diskussion sei hart geführt worden. "Ich kann euch versichern, dass der Vorstand inklusive Direktor Position bezogen hat." Walter Lüthi habe nach gut einer Stunde mit Worten wie "Es ist genug mit dem Theater" und habe die Freiburger hinaus spediert. Das habe dazu geführt, dass die Aussprache, welche geplant gewesen sei, nicht zu Ende geführt haben können. Bereits an dieser Sitzung habe der Vorstand das Vorgehen von Walter Lüthi verurteilt. Und Lüthi habe gemäss Protokoll auch gesagt, er sei bereit, Konsequenzen zu ziehen.

Am 12. Dezember habe sich die Verwaltung in Zollikofen getroffen. Unter Punkt 3 sei traktandiert gewesen. Es gehe um wichtige Punkte wie Kollegialität und Vertrauen in einem Exekutivgremium. "Alle, die schon in einem Gemeinderat waren, wissen, dass es wichtig ist, sich kollegial zu verhalten." An der Vorstandssitzung hätten 5 von 6 Mitgliedern Lüthi das Vertrauen entzogen.

Lüthi habe eine Bedenkfrist verlangt. Dann habe er gesagt, dass er sich nicht vorzeitig aus der Verwaltung zurück ziehen wolle. Eine erneute Abstimmung habe gezeigt: Eine weitere Zusammenarbeit über den 11. April hinahs gebe es nicht. "Wir wollen nicht immer gleicher Meinung sein. ABer wir wollen eine Kollegialität, welche es uns erlaubt, zusammen zu arbeiten.", so Gerber. In einem so grossen Unternehmen wie Swissherdbook gebe es unterschiedliche Meinungen, aber man müsse trotzdem kollegial zusammen arbeiten können.

Artikel 9, STatuten swissherdbook. Sowohl Wahl wie eine Abberrufung sei möglich. Beide sind mit dem absoluten Mehr der Delegierten möglich. In Punkt g heisst es auch: Anträge für die DV seien mindestens 30 Tage vor der Versammlung schriftlich an die Verwaltung von Swissherdbook zu richten. Nächsten Montag, 13. März, müssten demnach allfällige Anträge bei Swissherdbook sein. Der Antrag müsse von den Genossenschaft kommen.

"Swissherdbook ist der grösste Zuchtverband. Uns zeichnet die Vielfältigkeit aus. Genau das schaue ich als unsere grosse Stärke an. Die Vielfältigkeit, Mehrrassigkeit und Herkunft verpflcithet aber auch. Man muss zu seiner Rasse und zu seiner Herkunft stehen. Es bedeutet aber auch, dass man zusammen redet. Zu einer Aussprache gehören kontroverse Meinungen und Wore. Es braucht aber auch einen ABschluss. Zu einer Aussprache gehört zum Schluss ein Handschlag. Auch wenn man verschiedener Meinung ist", so Gerber.

Die Schwierigkeit sei auch gewesen, dass Lüthi keine Einsicht gezeigt habe. "Walter habe mehrfach betont, er würde wieder so handeln." Er habe dem übrigen Vorstand damit quasi gesagt: "Ihr könnt abstimmen, was ihr wollt. Wenn es mir nicht passt, gehe ich mit dem Kopf durch die Türe."

10.37

Traktandum Kompetenzerteilung an Vorstand. Jetzt geht es doch schon um Walter Lüthi. Zuerst wird Markus Gerber, Präsident von Swissherdbook, seinen Standpunkt darlegen. Danach wird der betroffene Walter Lüthi seinen Standpunkt darlegen. "Die Diskussion muss sachlich korrekt bleiben. Sonst wird die Diskussion abgebrochen", betont Niklaus Hofer.

Es gebe keine Diskussion über den Zuchtstiermarkt Bulle. Es gebe auch keine Abstimmung Pro und Kontra Walter Lüthi. "Der Vorstand hat noch nie über irgendwelche Namen diskutiert im Falle einer Abwahl von Walter Lüthi. Der Vorstand stellt den Antrag, den Vorstandsitz von Walter Lüthi bei einer allfälligen Abwahl bis zur DV 2018 vakant zu lassen.

10.30

Der Präsident gibt die Anzahl der anwesenden Delegierten bekannt. Es sind nicht weniger als 406 Delegierte in der Alten Reithalle, womit das absolute Mehr 204 Stimmen beträgt.

10.19

Der Tätigkeitsbericht 2016 wird von Geschäftsführer Christian Burkhalter vorgestellt. Leider sei es an der Bernischen Eliteschau zu einem Vorkommis gekommen, aufgrund dessen zum ersten Mal eine Sperre gegen ein Mitglied habe ausgesprochen werden müssen.

Christian Aegerter, Präsident der Schaukommission, blickte zurück auf das Beständeschaujahr 2016. Insgesamt seien im Kanton Bern 41'509 Tierean den Schauen punktiert worden. 11'434 Tiere oder 26 % stammten aus der Sektion Simmental, 15'217 oder 34 % aus der Sektion Swiss Fleckvieh sowie 17'949 oder 40 % aus der Sektion Red-Holstein und Holstein. Pro Experte und Tag seien 46 Kühe punktiert worden. Der Rückgang der aufgeführten Kühe bewege sich im gleichen Bereich wie der allgemeine Rückgang der Herdebuchtiere.

10.10

Die Jahresrechnung wird von Geschäftsführer Christian Burkhalter präsentiert. Die Jahresrechnung 2016 schliesst bei einem Ertrag von 147'475 Franken und einem Aufwand von 139'281 Franken mit einem Gewinn von 8194. Das Eigenkapital vermehrt sich dadurch auf 187'737 Franken. Die Rechnung wird einstimmig genehmigt. Das Budget 2017 bewegt sich in einem ähnlichen Rahmen. Auch die Mitgliederbeiträge werden nicht verändert: 50 Rappen pro Herdebuchtier.

Es gibt keine Opposition. Als aber der Präsident fragt, ob jemand eine Frage hat, niest jemand laut los. Das sorgt für Gelächter.

10.06

Die Stimmenzähler werden gewählt. Hans Staub, Vizepräsident des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes, ist Chef des Wahlbüros. Es könnte durchaus sein, dass er später noch zu tun haben könnte.

09.56

Wieder wird gejodelt. Deshalb hier kurz die Traktandenliste

1. Eröffnungswort
2. Genehmigung des Protokolls der 110. DV
3. Genehmigung der Rechnung 2016
4. Tätigkeitsprogramm 2017
6. Kompetenzerteilung an Vorstand
7. Wahlen
a) Ersatzwahl für Peter Leuthold, UV Gantrisch
b) Neuwahl Revisor
c) Wahl von einem Mitglied Rassenkommission Swiss Fleckvieh zuhanden Swissherdbook
d) ERsatzwahl von 10 neuen Experten zuhanden Swissherdbook
8. Ehrungen
9. Verschiedenes.

Erst unter diesem Traktandum ist zu erwarten, dass das Geschäft Abwahl Walter Lüthi aufs Tapet kommt.

09.48

Die Landwirtschaft schaue auf ein turbulentes Jahr 2016 zurück, sagt Niklaus Hofer. Er erinnert etwa an die widrigen Wetterumstände im Frühling. Doch immerhin hätte dann am längsten Tag das Wetter gewechselt und einen guten Alpsommer ermöglicht. Auch der Milchmarkt sei schwierig. Obschon die Milcheinlieferungen rückläufig seien, sei der Milchpreis nicht gestiegen. Auch die Geschichte um BVD werfe fragen auf. "Haben wir zu wenig lange getestet? Oder ist das Problem durch gewisse Fehlmanipulationen wieder aufgetaucht?", warf Hofer in die Runde.

09.39

Nun geht es los. Präsident Niklaus Hofer eröffnet die Versammlung. Doch zunächst kommt noch eine musikalische Umrahmung mit Jodelgesang.

09.36:

Eigentlich hätte die DV vor 6 Minuten begonnen. Doch es sind offenbar noch immer nicht alle Delegierte in der schon randvollen Alten Reithalle in Thun.

Ausgangslage

Vorstandsmitglied Walter Lüthi soll nicht mehr Mitglied im Vorstand von Swissherdbook sein. Aufgrund unüberbrückbarer internen Differenzen beantragt die Genossenschaft Swissherdbook Zollikofen zuhanden der Delegiertenversammlung vom 11. April dessen Abberufung.
Grund: Nach dem Zuchtstiermarkt Bulle 2016 wurde die Verwaltung von Swissherdbook Fribourg zu einer Aussprache mit der Verwaltung von Swissherdbook Zollikofen eingeladen, um Differenzen betreffend Herdebuchberechtigung zu regeln.

Bei der Aussprache kam es zum Eklat. Während der Aussprache zwischen den Vorständen hat Lühti gemäss Communiqué die Freiburger «eigenmächtig» vor die Tür gewiesen. «Mit diesem Alleingang gegen den Willen aller übrigen Verwaltungsmitglieder hat Walter Lüthi seine Kompetenzen massiv überschritten und unseren zweitgrössten Kantonalverband in unakzeptabler Weise vor den Kopf gestossen», so Swissherdbook Zollikofen.

Die regionalen Versammlungen der letzten Wochen im Kanton Bern haben aber gezeigt, dass Lüthi im Kanton Bern offenbar doch einige Unterstützung geniesst. An der DV des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes in Thun ist zwar die Geschichte nicht traktandiert. Doch es ist mehr als wahrscheinlich, dass das Thema aufgegriffen wird.

Ehrungen


Diese Züchter wurden für ihre Kühe mit hohen Lebensleistungen geehrt: LL: 183‘626 kg Milch: Recrue Bagatelle, Bernhard Gertsch, Frutigen; LL: 155‘306 kg: Severino Miranda, Andreas Hänni-Schenk, Gerzensee; LL 153‘466 kg: Rubens Ingrid, Hansruedi Allenbach, Wiedlisbach; LL: 150'726 kg: Laredo Melanie, Hansruedi Allenbach, Wiedlisbach; LL: 150‘123 kg:  Space Helena, Hans Schär, Mülchi.

Wahlen

Folgende Wahlen fanden statt:

Vorstand: Für Peter Leuthold wurde als Vertreter der Viehzuchtvereinigung Gantrisch  Stefan Schumacher gewählt.
Für den zurück tretenden Rechnungsrevisor Hans Brügger wird Martin Wampfler gewählt.
Mitglied Rassenkommission Swiss Fleckvieh: Als Nachfolger von Daniel Hadorn wurde ebenfalls Stefan Schumacher gewählt. Schumacher ist ein versierter Swiss-Fleckviehzüchter, der sich voll und ganz für die Rasse Swiss Fleckvieh einsetzen wird.

Neue Viehschauexperten: Abraham Aellig, Reichenbach; Niklaus Berger, Burgistein; Simon Eichenberger, Arni; Jan Jungen, Kiental; Niklaus Leuthold, Riffenmatt; Claude Monnat, La Chaux-de-Fonds; Toni Perren, St. Stefan; Jakob Schenk, Eggiwil; Christian Stucki, Uebeschi; Daniel Trachsel, Lauenen.

Szenenapplaus für Walter Lüthi

Swissherdbook beantragt Abberufung

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