2.12.2018 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Digitalisierung
Body Scan hilft bei Fütterung
Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten bei der Milchviehfütterung und der Erkennung von Lahmheiten. So können mit dem Cow Body Scan die Körperkondition und das Gangbild berührungslos erfasst werden.

Stoffwechselstörungen und Lahmheiten zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen beim Milchvieh. Je früher sie erkannt werden, desto schneller kann man Gegensteuer geben. 

Meldet auffällige Tiere

Dank der Digitalisierung erreicht die Überwachung der Kühe und ihrer Klauen nun ein neues Niveau. An der EuroTier wurden zwei Systeme mit dem «Animal Welfare Award» für die aus Tierschutzsicht beste technische Innovation ausgezeichnet: das CBS-System der dsp-Agrosoft und MS Korund der Firma MS Schippers.

Der CBS (Cow Body Scan) beinhaltet ein 3-D-Bildanalyse-System, das die Körperkondition, das Gangbild und die Körpermasse der Kuh berührungslos sensorisch misst. Damit können nicht nur Lahmheiten frühzeitig erkannt werden. Die Daten fliessen auch ins Herdenmanagementprogramm von dsp-Agrosoft ein. Anhand der Infos zu Körpermassemobilisation, Verfettung oder Abmagerung kann die Fütterung über den gesamten Laktationsverlauf und speziell in der Galtphase optimiert werden. Bei Rindern wird das Wachstum überwacht, bei den laktierenden Kühen der ideale Zeitpunkt des Trockenstellens bestimmt. Das Managementprogramm meldet auffällige Tiere. 

Klauenanalyse

«Die Markteinführung ist Mitte des nächsten Jahres vorgesehen», sagt Torsten Huhne von dsp-Agrosoft. «Ab dann ist das System selbstverständlich auch in der Schweiz verfügbar.» Huhne nennt ungefähre Kosten zwischen 12'000 und 15'000 Euro fü den CBS: «Damit wird dieser für Betriebe ab 50  bis gegen 100 Kühe interessant.»

Bei MS Korund gelangt die Kuh nach dem Melkstand über ein Selektionstor zum MS Hoof Scan. Während sie in einer Wasserschicht steht, werden im Hoof Scan die Klauen von unten per Ultraschall untersucht und das Gewicht der Kuh über ein integriertes Wiegesystem erfasst. Ein Analysesystem wertet die Informationen aus und zeigt Abweichungen an. 

Nach dem nächsten Melken werden auffällige Milchkühe separiert, damit sie im Klauenpflegestand behandelt werden können. Der Landwirt oder Klauenpfleger erhält Analysen, Scannerfotos und Gewicht der betroffenen Kuh auf sein Tablet oder Handy. Wilco de Crom von MS Schippers: «Geplant ist die Markteinführung  – auch in der Schweiz – im Jahr 2020. Dann werden die Preise festgelegt.»

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