27.05.2019 07:16
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Tierwohl
Boxen müssen mitwachsen
Selbst in neueren Kuhställen lässt sich mit einfachen Massnahmen noch viel Kuhkomfort herausholen.

Landwirte können an allen Ecken und Enden optimieren. Manche Massnahmen haben grössere Effekte als andere. Besonders viel Potenzial liegt in einer längeren Liegezeit der Kühe.

Sie bringt eine bessere Nährstoffverwertung und höhere Futteraufnahme durch mehr Wiederkäuen, mehr Milch durch bessere Durchblutung und weniger Lahmheiten durch eine Entlastung der Klauen. Die  Liegezeit ist also viel zu relevant, um sie als Nebensache abzutun. 

Defizite erkennen

Neben der Liegeboxenpflege bestimmt die Stalleinrichtung die Liegezeit der Kühe. Während meist nach einem Neu- oder Umbau eine passende Lösung gefunden ist, schreitet die Zucht voran, die Kühe werden grösser und schwerer. Daher kommt es vor, dass selbst in relativ neuen Ställen die Boxenmasse nicht zur Herde passen. 

Das Fachmagazin Elite gibt Tipps, auf was zu achten ist.  Die Boxenlänge reiche in den meisten Fällen aus. Was fehle, ist Platz zum Einparken, weil das Nackenrohr zu niedrig ist, zu weit in die Box ragt oder die Boxenbügel nicht passen. Gerade grosse Kühe werden oft zu sehr eingeschränkt. 

Hinweise auf Defizite sind laut «Elite» Kühe, die sich nicht innerhalb einer Minute ablegen würden. Die  Einstellung der Liegeboxen sei dabei immer ein Kompromiss zwischen Sauberkeit und Kuhkomfort. Je kürzer und schmaler die Boxen eingestellt sind, desto eher werden auch kleine Kühe so geführt, dass sie nur ausserhalb der Box urinieren oder abkoten. 

Für mehr Raum sorgen

Grosse Kühe hingegen haben häufig Schwierigkeiten, sich abzulegen. Sie bleiben lieber stehen. Während in Altgebäuden flexible Liegeboxen eine Lösung sein können, um mehr Platz zu schaffen, kostet eine Verbesserung in neueren Ställen eher Arbeit als Geld: das Nackenrohr zurücksetzen, evtl. erhöhen oder durch ein Spannset ersetzen. 

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