12.05.2018 12:58
Quelle: schweizerbauer.ch - wpf
Braunvieh
«Braunvieh bi dä Lüüt» in Waldkirch
«Braunvieh bi dä Lüüt» begeistert die Züchter«Braunvieh bi dä Lüüt…», organisiert von Braunvieh Schweiz, ist eine Erfolgsgeschichte. Die Veranstaltungsreihe steht im vierten Jahr und lockt immer wieder aufs Neue. In Waldkirch SG stand das Zuchtprogramm im Fokus. -> Mit Bildergalerie

In vier bis sechs Veranstaltungen pro Jahr in verschiedenen Braunviehgebieten schätzen die Teilnehmer den unverbindlichen Austausch unter Züchtern und den Verbandsmitarbeitern auf einem Zuchtbetrieb statt in einem Seminarraum. Neben dem Fachsimpeln beim Apéro und bei der Betriebsbesichtigung stehen auch Fachvorträge rund um die Tierhaltung auf dem Programm. 

Austausch unter Züchtern ist wichtig

Ganz wichtig und entscheidend für den Erfolg von Braunvieh bi dä Lüüt dürfte aber auch der gesellige Teil sein. Wie der Moderator des Abends, Tony Dettling von Braunvieh Schweiz, erklärt, steht der Austausch unter den Züchtern im Vordergrund. Am Mittwochabend war die Familie Hans-Jörg und Monika Meier-Keller aus Waldkirch SG Gastgeber. Der Vorzeigebetrieb Meier mit dem Züchterpräfix Meihowa hat rund 50 Kühe und in etwa gleich viel Aufzuchtrinder und Kälber. Der silofreie Melkroboterbetrieb produziert Milch für die Appenzeller Schaukäserei. Die Leistungsdaten können  sich sehen lassen: 9'066 kg Milch, 3,9 % Fett und 3,55 % Eiweiss. 

Obwohl die Lebensleistung mit rund 29'000 Kilogramm über dem Verbandsschnitt liegt, möchte Meier die Nutzungsdauer erhöhen. Das Niveau beim Exterieur und in den Fitnessmerkmalen ist eindrücklich. Es überrascht nicht, dass der Betrieb mit Meihowa Agenda Jakarta im 2014 die Miss Olma stellen konnte. Die rahmen- und euterstarke Jakarta EX 93 steht vor der neunten Abkalbung und hat in acht Laktationen im Schnitt über 8'404 Kilogramm Milch produziert. Eine weitere bekannte Kuh war Jolden Medina. Aus ihr stehen Vasir Mesir und Nescardo Messi im KB-Einsatz bei Swissgenetics. 

Die Kuhsignale im Griff

Bereits 1981 baute man auf dem Betrieb den jetzigen Laufstall. Schon ein kurzer Blick in den Stall verrät, dass auf diesem Betrieb auf alle Details geachtet wird und das man sich auch beraten lässt. Mit dem bekannten Kuhsignal-Trainer Christian Manser hat Meier den bestehenden Stall bestmöglich optimiert. Die knapp 200 Gäste zeigten sich begeistert vom Stall auf der Hohfirst. 

In einem interessanten Vortrag stellte Michaela Glarner, Teamleiterin Zuchtprogramm, das neue Zuchtprogramm 2017+ vor. Mehr fordern, mehr profitieren! So lautet das Motto des neuen Zuchtvertrags. Zur Milchleistungsprüfung und der Linearen Beschreibung und Einstufung sind die Erfassung der Gesundheitsdaten sowie die Typisierung aller weiblichen Jungtiere Pflicht im neuen Zuchtprogramm Bruna Data. Braunvieh Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, dass rund 100 Betriebe im Bruna Data mitmachen. 

Genomische Typisierung

Das Programm steht neben den weiteren Programmen Bruna Classic, Bruna Tradition und Bruna Basic. Mit der nahtlosen Erfassung von Gesundheitsdaten auf Betrieben mit über 20 MLP-Abschlüssen soll die Datengrundlage geschaffen werden, um möglichst schnell Zuchtwerte für Gesundheitsmerkmale zu ermöglichen. 

Die genomische Typisierung ist aus der Zucht nicht mehr wegzudenken. Um die Informationen aus dem Erbgut mit möglichst hoher Sicherheit zu bestimmen, braucht es eine grosse Datengrundlage. Mit der Ausweitung der weiblichen Lernstichprobe soll die Sicherheit der genomischen Zuchtwerte erhalten bleiben. Andreas Kocher, Zuchtberater beim Verband, zeigte auf, wie man die genomischen Zuchtwerte korrekt interpretiert. Im Programm Bruna Data kostet die Analyse von weiblichen Kälbern vorerst nur 10 Franken.

Infos zu weiteren Veranstaltungen von Braunvieh bi dä Lüüt finden Sie unter www.braunvieh.ch.

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