20.11.2015 17:08
Quelle: schweizerbauer.ch - Marcel Wipfli
Braunvieh
Braunvieh Schweiz sucht neuen Präsidenten
Präsident Markus Zemp gab seinen Rücktritt auf die DV 2016 bekannt. Adrian Arnold wird als Urner Vertreter in den Vorstand von Braunvieh Schweiz gewählt. Der Altdorfer löst Sebastian Regli aus Andermatt ab.

«Es gibt nichts Besseres, als für die braune Kuh und die Braunviehzüchter zu arbeiten», so Präsident Markus Zemp in seiner Eröffnungsrede, und er erklärte, dass er an der DV 2016 zurücktreten werde. Es wird wegen Umbauarbeiten am Kongresshaus dann vorerst die letzte DV in Zürich sein.

Kappa Kasein BB soll mehr Wert sein

Die DV 2017 wird im Kanton Zug stattfinden. Zudem soll dann die DV im Frühjahr statt im Herbst durchgeführt werden. Wegen der  nötigen und gutgeheissenen Statutenanpassung an das Obligationenrecht wird die zeitliche Verschiebung der DV unausweichlich. Der Verbandspräsident forderte, dass die Braunviehmilch wegen den guten Inhaltstoffen endlich einen Mehrwert erzielen müsste.

Auch der Gastreferent, Pirmin Furrer, Geschäftsführer der Zentralschweizer Milchproduzenten betonte, dass der hohe Anteil an Kappa Kasein BB in der Braunviehmilch den Milchverarbeitern mehr Wert sein sollte. Furrer sprach von einem Rappen je Kilogramm und wies diesbezüglich auf kommende Gespräche mit der Fromarte, den Vertretern der Käser, hin. Furrer hielt zudem fest, dass er sicher sei, dass künftig die Milch nicht mehr  derart deutlich nach Kilogramm Milch sondern  nach deren Inhaltstoffen wie Kilogramm Fett und Kilogramm Eiweiss bezahlt werde.

Urner Vertreter gewählt

Die 489 Delegierten wählten als Nachfolger von Sebastian Regli aus Andermatt Adrian Arnold aus Altdorf als Urner Vertreter in den Vorstand. Regli war seit 2006 im Vorstand und war unter anderem in der Kommission der Tierbeurteilung tätig. Wie Zemp betonte, sei «Baschi» wie er im Urnerland genannt wird, stets ein fortschrittliches Vorstandsmitglied gewesen. So habe sich dieser von allem Anfang an für die genomische Selektion stark gemacht. Regli verlässt aufgrund der Altersbeschränkung den Vorstand.

Mit Adrian Arnold tritt eine in Züchterkreisen bekannte Persönlichkeit in den Vorstand ein. Der Agronom ist Schulleiter der Bauernschule Seedorf. Zudem führt Arnold einen erfolgreichen Zuchtbetrieb mit BS- und OB-Tieren. Der ehemalige stellvertretende Chefredaktor des «Schweizer Bauer» ist als ehemaliges IGBS-Vorstandsmitglied und als Verbandsexperte bestens vernetzt.

7000-Kilo-Marke geknackt

Neben Sebastian Regli wurde der langjährige LBE-Experte Hanspeter Sprecher aus Furna verabschiedet. Sprecher war seit 1996 bei Braunvieh Schweiz und hat rund 120000 Kühe beschrieben.

Direktor Lucas Casanova konnte einen guten Jahresbericht vorstellen. Der Verband glänzt mit stark gefragten Dienstleistungen und einem motivierten Team. Erstmals knackte der Rassenschnitt die 7000-Kilogramm-Marke. Auf den Durchschnitt von 7059 Kilogramm mit einem Eiweissgehalt von 3,40 Prozent gab man sich stolz.

Positive Rechnung

Dass die Langlebigkeit die grosse Stärke der Rasse ist, zeigte die Ehrung von Züchtern für 30 Kühe, welche eine Lebensleistung von über 125'000 Kilogramm überschritten. Fitnessstar für das Berggebiet wurde Prelude Aelpli von Josef Knellwolf, Waldstatt. Für das Talgebiet konnte Beat Studhalter aus Horw den Preis für Pierrot Pisa entgegennehmen.

Dank guter Bewirtschaftung der Finanzanlagen und Liegenschaften konnte man einen  Gesamtertrag von 183'000 Franken erzielen. Das Vermögen liegt bei über 21 Millionen Franken. Die Rechnung wie alle  anderen statutarischen Geschäfte wurden einstimmig gutgeheissen. Grosse Sorgen bereitet dem Verband der seit Jahren anhaltende Rückgang an Braunviehtieren. Hingegen hat das Original Braunvieh 196 Abschlüsse mehr zu verzeichnen. Die Leistung liegt dort im Schnitt bei 6207 Kilogramm.

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