31.10.2019 18:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Roman Zurfluh, Braunvieh Schweiz
Braunvieh
Braunviehzüchter öffnen Stalltüre
Braunvieh Schweiz setzt in Zusammenarbeit mit zwei Gastgeberfamilien diesen Herbst das Züchtertreffen „Braunvieh bi dä Lüüt“ fort. Am 11. November ist Andreas Neff aus Gais AR Gastgeber. Am 20. November öffnen die Gebrüder Winterberger aus Meiringen BE ihre Stalltüren.

Die beiden Anlässe werden unter dem Motto „Die braune Kuh als Weltrasse“ durchgeführt. Grund dafür ist der Fachvortrag, der am 11. November von Vize-Direktor Martin Rust und am 20. November vom Direktor von Braunvieh Schweiz, Lucas Casanova, gehalten wird.

Wiege des Braunviehs

Bei beiden Vorträgen wird über die weltweite Verbreitung von Brown Swiss und Original Braunvieh berichtet und welchen Stellenwert die Rassen in einzelnen Ländern besitzen. Speziell bei den Gebrüdern Winterberger, die ausschliesslich Original Braunvieh halten und züchten, wird auf die internationale Präsenz der originalen Rasse eingegangen. 

Die Schweiz ist das Ursprungsland und somit die Wiege des Braunviehs. Durch die Einkreuzung mit BS-Blut hat sich die Rasse in Europa und weit darüber hinaus verbreitet. Dabei spielt in vielen Ländern Schweizer Genetik in der Zucht eine wichtige Rolle. Das Original Braunvieh zeigt in der Schweiz aktuell einen Aufschwung und die Anzahl der Herdebuch-Tiere steigt.

International etabliert

Auch international hat sich das Original Braunvieh in vielen Ländern etabliert. Und dies nicht bloss in Europa. So ist es beispielsweise in Südamerika eine Rasse, die sich in vielen Herden behauptet hat und ihre Stärken als widerstandsfähige Rinderrasse unter verschiedenen klimatischen Bedingungen optimal ausspielen kann. 

Neben den Informationen zum internationalen Stellenwert von Brown Swiss und OB werden Rust und Casanovas auch über die Positionierung von Brown Swiss in Europa und die damit verbundene Wettbewerbsfähigkeit unter den Milchviehrassen berichten.

So funktioniert „Braunvieh bi dä Lüüt“

„Braunvieh bi dä Lüüt“ ist eine Plattform, bei der sich Züchter mitttels Fachvorträgen weiterbilden können. Im Vordergrund steht jedoch der Ausstausch unter den Züchtern sowie der Austausch mit Braunvieh Schweiz. Die Teilnahme ist gratis und benötigt keine Voranmeldung. Für Speis und Trank ist gesorgt.

Andreas Neff, Gais AR: Montag, 11. November 2019

Oberhalb des Dorfes Gais in Appenzell Ausserrhoden bewirtschaftet Andreas Neff mit seinem Vater Jakob einen sehr schön gelegenen Betrieb mit rund 30 Brown Swiss-Kühen. Im Auslauf des 2013 angebauten Laufstalls geniessen die sehr produktiven Kühe eine wunderbare Aussicht.

Die Betriebszahlen bei Neff dürfen sich sehen lassen. Gemolken wird durchschnittlich 9‘700 kg Milch pro Kuh und Laktation bei 3.95% Fett und 3.52% Eiweiss und hervorragenden 57 Zellzahlen. Dass zu den Kühen Sorge getragen wird, beweist die durchschnittliche Lebensleistung von 37‘360 kg Milch. Viele bereits ältere Damen erreichen immer noch sehr hohe Leistungen und sind körperlich fit. Peddy-Tochter Iris überschritt vor kurzem gar die 110‘000 kg Marke in ihrer zwölften Laktation. Dazu kommt Wurl Struessi, die bereits bei 97‘600 kg Lebensleistung steht und somit wohl bald die zweite 100‘000er Kuh im Stall sein wird. 

Seit gut zwei Jahren ist Andreas Neff Bruna-Data-Betrieb. Somit werden alle weiblichen Kälber genomisch typisiert, was gemäss dem Betriebsleiter insbesondere für die Anpaarung der Rinder eine hilfreiche Information ist. Mit Genetik kennt sich Andreas bestens aus, denn er arbeitet nebenbei als Besamer bei Swissgenetics.

Gebrüder Winterberger, Meiringen BE: Mittwoch, 20. November 2019

Die Gebrüder Winterberger gehören in der Original Braunviehzucht zu den ganz Grossen. An den regionalen sowie nationalen Ausstellungen sind sie immer auf den vorderen Rängen anzutreffen. Gehalten werden rund 55 Kühe und 50 Stück Jungvieh. Sämtliche Tiere verbringen den Sommer auf der Breitenbodenalp. Der Betriebsdurchschnitt beträgt rund 6‘800 kg Milch bei 3.94% Fett und 3.43% Eiweiss. Auch bezüglich Exterieur befinden sich Winterberger’s Kühe auf hohem Niveau. 

Ein besonderes Merkmal in der Zucht von Franz Winterberger und seinen Brüdern ist der Natursprung. Rund 90% aller Kühe werden mit den eigenen Stieren belegt. Vielversprechende Stierkälber werden aufgezogen, an Stierenmärkten gehandelt oder eben für den Eigengebrauch eingesetzt. Auf dem arbeitsintensiven Betrieb mit Alpung arbeiten Franz und die Brüder Albin und Fred in Teilzeit sowie drei Lehrlinge. Anita, die Tochter von Fred, ist ebenfalls begeistert bei der Arbeit dabei, sei es auf der Alp oder an den Viehschauen. 

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