20.03.2018 16:56
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Thurgau
Busse: Kuh zu lange auf Weide
Das Thurgauer Obergericht hat gegen einen Bauern eine Busse ausgesprochen, weil er eine Kuh mit einer gravierenden Verletzung mehr als eine Woche auf der Weide liess. Der Tatbestand der Tierquälerei sieht das Gericht nicht erfüllt.

Ein Landwirt aus Braunau TG brachte eine hochträchtige Kuh unter einen Baum einer Weide. Dort sollte sie sich von den Verletzungen an den Hinterbeinen erholen, die sie sich bei einem Sturz im Stall zugezogen hatte. Er versorgte die Kuh mit Heu und Wasser und deckte sich mit einer Decke zu.

Bauer sprach sich mit Tierarzt ab

Der Landwirt hatte liess zuvor die Kuh von einem Tierarzt untersuchen und sprach sich über das weitere Vorgehen ab. Als Alternative brachte der Veterinär das Erschiessen der Kuh ins Spiel. Anschliessend sollte das Kalb aus dem Bauch der Kuh herausgeschnitten werden. Für den Bauern war dieses Szenario zu schrecklich, wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt.

Die Massnahmen des Bauern schienen zuerst zu greifen. Am darauffolgendem Tag konnte die Kuh ohne fremde Hilfe aufstehen. Doch das sollte nur ein Hoffnungsschimmer bleiben. Nach einer Woche lag die Kuh immer noch an derselben Stelle. Dritte alarmierten den Thurgauer Veterinärdienst.  

Gemäss dessen Bericht waren die Hinterbeine fast vollständig gelähmt. Die Verletzung war eine Folge des Sturzes. Aufgrund dieses Berichts stellte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen Tierquälerei aus. Der Bauer setzte sich zur Wehr und wurde vom Bezirksgericht freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft ging in Berufung. 

Busse von 1500 Franken

Das Obergericht sah den Tatbestand der Tierquälerei ebenfalls als nicht erfüllt. Der Bauer habe sich nach dem Auffinden der verletzten Kuh «tadellos im Sinn der der Tierschutzvorschriften» verhalten. Das Obergericht wirft dem Bauern gemäss «Thurgauer Zeitung» vor, «dass er nach dem fünften Tag des Festliegens der Kuh keine weiteren tiermedizinischen Massnahmen beschloss beziehungsweise veranlasste, weshalb er die Belastung des Tiers unnötigerweise fortsetze, obwohl eine Heilung vernünftigerweise nicht mehr zu erwarten war».

Der Bauer wurde mit 1500 Franken gebüsst. Zudem werden ihm 1400 Franken Verfahrenskosten auferlegt.

 

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