18.05.2018 09:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Uri
BVD: Erneute Verbringungssperre
Zwei Kälber sind im Nachgang der Rinderseuche auf zwei Urner Alpen vom vergangenen Sommer fälschlicherweise mit einem negativen Resultat getestet worden. Als Folge daraus müssen nun rund 30 neue Tiere unter Verbringungssperre gestellt werden. Damit sind sie nicht für die Sömmerung zugelassen.

Nach dem Auftreten der Bovine Virus-Diarrhoe (BVD) auf den Alpen Fiseten und Alplen mussten 110 Rinder unter Kontrolle abkalben. Von den rund 100 geborenen Kälbern waren 30 PI-Kälber, sie wurden geschlachtet. PI-Tiere scheiden das BVD-Virus lebenslang aus, oft entwickeln sie sich zu Kümmerern oder sterben früh.. Zwei Kälber erhielten einen negativen Befund, waren aber infiziert.

Drei Betriebe

Entdeckt habe man dies einerseits aufgrund des Zustands der Tiere selber, aber auch wegen der Nachbartiere, die mehr Antikörper ausschütteten, erklärte der Kantonstierarzt der Urkantone auf Anfrage.

Weil die Kälber in drei Betrieben im Kanton Uri eingestellt wurden, haben sie dort möglicherweise das Virus verbreitet. Dieses ist nur auf tragende Rinder übertragbar. Und diese können es erst bei einem Abort oder beim Abkalben ausschütten.

Grosses Sömmerungsgebiet

Daher mussten 30 neue Tiere unter Verbringungssperre gestellt werden. Sie sind nicht zur Sömmerung zugelassen. Die betroffenen Halter müssen einen Schaden hinnehmen, Verhandlungen zur Entschädigung seien am laufen.

Da Uri ein grosses Sömmerungsgebiet hat, ist der Kanton besonders gefährdet. So wurde die BVD-Überwachung in den Urkantonen optimiert mit zwei Tankmilchbeprobungen, einer Rindergruppe bei nichtmilchliefernden Betrieben und der Kälberbeprobung in den Spezialbetrieben. Auf freiwilliger Basis dürfen zudem aus Nicht-Urkantonen zugekaufte Kälber kostenlos auf BVD-Virus untersucht werden, die Kosten gehen zu Lasten der Urkantone.

In Kanton Uri wurden im Dezember 2017 und im Januar 2018 zwei falsch negativ getestete PI-Kälber entdeckt. Um die Sömmerung nicht zu gefährden, wurden Einzeltiere nochmals nachgetestet. Alle getesteten Rinder waren BVD-Virus negativ. Gemäss dem Kantonstierarzt ist das Ausmass der Schäden durch die BVD-Infektionen geringer als erwartet. «Wir bedanken uns für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Tierhaltern», heisst es in der Mitteilung.

BVD

BVD ist eine viral (= durch ein Virus verursachte) bedingte Durchfallerkrankung. Während der Grossteil der BVD-Infektionen symptomlos, d.h. vom Landwirt unbemerkt abläuft, erkranken einige Tiere schwer an Durchfall, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Erosionen (nässende Substanzverluste) am Flotzmaul. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen, die mit infizierten Rindern in Kontakt kommen, können erkranken. Unter besonderen Bedingungen erkranken die Tiere an der tödlichen Schleimhautform der BVD, der sogenannten Mukosa Dese Ase (MD). Diese tritt ausschliesslich bei persistent infizierten Tieren auf, bei Tieren also, die das BVD Virus lebenslang in sich tragen und ausscheiden. blu

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