29.04.2020 15:42
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
D: Weniger Kraftfutter für Kühe
Eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der kraftfutterreduzierten Milcherzeugung fordert das Kasseler Institut für ländliche Entwicklung von der Politik.

Erste Ergebnisse eines Forschungsvorhabens mit der Universität Göttingen hätten gezeigt, dass die Produktion von Milch mit weniger Kraftfutter die Artenvielfalt auf Grünlandflächen signifikant erhöhe und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit von Milchviehbetrieben verbessern könne, erklärte das Institut vergangene Woche.

Zudem könne die Umorientierung zu einer vor allem auf Grundfutter und Weide basierenden Milchviehfütterung die Landwirte erfolgreich dabei unterstützen, sich an die steigenden Anforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes sowie die zunehmenden Konsumentenansprüche an die Produktionsweise wie auch die Lebensmittel- und Ernährungsqualität von Milchprodukten anzupassen, betonten die Forscher.

Damit die positiven Effekte einer kraftfutterreduzierten Milchviehhaltung auf Dauergrünland breitenwirksam werden, müssen den Wissenschaftlern zufolge aber gezielte politische Anreize für die Umstellung auf kraftfutterreduzierte Produktionssysteme gesetzt werden. In einem kürzlich veröffentlichten Policy Paper schlagen die Wissenschaftler vier agrarpolitische Hauptstrategien vor:

 

  • Eine grundlegende Förderung für kraftfutterreduzierte Milchproduktionssysteme in der Ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)
  • Parallel dazu ergänzende Fördermassnahmen über die Agrarumwelt- und Investitionsmassnahmen der Zweiten Säule, um den Umwelt- und Klimanutzen und die Wettbewerbsfähigkeit des Systems zu erhöhen.
  • Bürokratische Entlastungsmassnahmen für am Programm teilnehmende Milchviehbetriebe
  • Systematischer Wissenstransfer

 

Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wird seit 2017 vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

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